KZ im Großraum Stuttgart

Am 27.01.1945 erreichten Verbände der Roten Armee das KZ Auschwitz und befreiten die Überlebenden. In zahlreichen anderen KZ-Betrieben, in denen die Front noch nicht angekommen war, gingen die Arbeiten weiter, so z.B. in den KZ-Betrieben im Großraum Stuttgart.

Bis Februar 1945 wurde am Projekt „Galenit“ in Großsachsenheim gearbeitet, wo Daimler-Benz Fahrzeuge produzieren wollte. Noch bis April 1945 wurden im KZ-Betrieb im alten Engelbergtunnel in Leonberg Tragflächen für die Me 262 gefertigt, deren Endmontage in Waldlagern wie z.B. bei Schwäbisch Hall erfolgte. Auch auf dem Flugplatz Großsachsenheim war ein KZ-Außenkommando eingesetzt, das den Ausbau des Flugplatzes vorantreiben und Schäden durch Luftangriffe beheben sollte.

Auf dem Flugplatz Hailfingen-Tailfingen war bis Februar 1945 ein KZ-Außenkommando ebenfalls zum Ausbau eingesetzt. Der Fliegerhorst sollte zu einer leistungsfähigeren Basis für die Nachtjagd ausgebaut werden und eine zweite Rollbahn erhalten.

Das KZ Vaihingen/Enz wurde ursprünglich für Bau und Betrieb einer unterirdischen Fabrik zur Fertigung des Marschflugkörpers Fi 103 (besser bekannt als V1) errichtet. Die U-Fabrik wurde dann vom Jägerstab umgeplant, um dort Me 262 montieren zu können. Nachdem die Baustelle ab Sommer 1944 massiv aus der Luft angegriffen wurde, wurde sie im Oktober aufgegeben. Die arbeitsfähigen Häftlinge wurden in andere Produktionsbetriebe verbracht. Das Lager Vaihingen/Enz mutierte zum zentralen „Sterbelager“ für alle Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof. Es wurde erst am 07. April 1945 von französischen Truppen befreit.

Auch in den Außenlagern des KZ Natzweiler-Struthof an Neckar und auf der Schwäbischen Alb („Wüste-Lager“) gingen die Arbeiten bis März (Neckarelz und Neckargerach) bzw. bis April 1945 („Wüste“-Lager) weiter.

Die meisten Lager in Württemberg waren erst ab 1944 errichtet worden. Fast alle waren ausgesprochen primitiv eingerichtet und durch eklatanten Mangel selbst grundlegender Dinge wie Kleidung, Toiletten und Grundnahrungsmitteln gekennzeichnet, was die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen binnen weniger Wochen und Monate begünstigte und dramatische Sterblichkeitsraten unter den Häftlingen nach sich zog.

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Tag der Offenen Baustelle 08.01.2017

Vom 06. bis 08.01.2017 veranstaltete das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm die Tage der Offenen Baustelle in und rund um die Baustelle des neuen Hauptbahnhofs.

Trotz winterlicher Temperaturen und Schnee- und Graupelschauer war der dritte Tag am 08.01. wie schon die beiden vorangegangenen Tage sehr gut besucht. Exklusiv am 08.01. gab es auch den ehemaligen Luftschutzstollen unter der Heilbonner Strasse zu sehen, der sich eines regen Interesses seitens der Besucher erfreute.

Von 10 – 16 Uhr konnten wir ca. 1.600 Besucher aus allen Altersgruppen begrüssen und nahmen durch diesem fulminanten Start ins Jahr viel positive Resonanz und Motivation für die kommenden Veranstaltungen mit.

Wer keine Möglichkeit hatte heute dabei zu sein oder nochmals wiederkommen möchte, kann dies gerne am Samstag, den 25. März bei der Langen Nacht der Museen tun.
In der Zwischenzeit laden wir Sie ein, auf unserer Homepage zu schmökern und tiefer in die Geschichte der Stadt Stuttgart und der Region einzutauchen. Wir arbeiten natürlich auch weiterhin an interessanten Berichten zu den baulichen Hinterlassenschaften der Region und ihrer Geschichte.

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Frohe Weihnachten und alles Gute im Neuen Jahr

Wir wünschen allen Besuchern unserer Seite, allen Besuchern unserer Veranstaltungen, unseren Mitgliedern, Freunden und Bekannten ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr.

2016 war für uns mit der Erweiterung unseres Angebots um den ehemaligen Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße im Zentrum Stuttgarts ein besonderes Jahr. Zum ersten Mal zeigten wir die Anlage im Rahmen der langen Nacht der Museen, wo sie sehr gut besucht war.

Wir werden am 08. Januar 2017 im Rahmen der Tage der Offenen Baustelle die Anlage erneut für das Publikum öffnen und wir werden auch am 25. März 2017 wieder bei der Langen Nacht der Museen dabei sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

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Buch: Althengstett, Neuhengstett und Ottenbronn 1933-1949

Der Historiker Dr. Christoph Bittel hat bereits 2007 („Politisches Leben 1083 bis 1945“) und 2009 („Kriege und ihre Folgen 1700 bis 1945“) zur Geschichte Calws publiziert. Nun liegt sein jüngstes Werk vor: „Althengstett, Neuhengstett und Ottenbronn 1933-1949“.

Bei der Entstehung des Buches wirkte ein von Bürgermeister Dr. Clemens Götz initiierter bürgerschaftlicher „Arbeitskreis Zeitgeschichte 1933 – 1945“ mit, an dessen Diskussionen um die Bewertung von Wehrmachtsrelikten und Projekten zur Industrieverlagerung wir ebenfalls Teil hatten.

So wurden erstmals alle verfügbaren Quellen zum Thema zusammengeführt und auch gegeneinander abgeglichen. Das Buch schildert umfangreich alle Facetten von „NS-Diktatur, Krieg und demokratischer Neubeginn“ (Untertitel) in den drei Dörfern der Gesamtgemeinde. So wird auch erstmals für alle Bürger der Gemeinde die Bedeutung Althengstetts innerhalb der Luftverteidigungszone West umfassend erkennbar, deren Relikte in Form des ehemaligen Beständelagers mitten im Ort und mehreren Gebäuden der ehemaligen Munitionsniederlage für die benachbarte schwere Flakbatterie Heumaden begreifbar. Natürlich steht aber vor allem der Alltag in den 15 Jahren im Vordergrund, der von der NS-Herrschaft und ab 1939 auch vom Krieg geprägt war.

Die ab 1944 laufenden Aktivitäten und Planungen zur Nutzung der Gemeinde für Verlagerungsbetriebe vor allem von Daimler-Benz sind in einer Zusammenfassung dargelegt, die den aktuellen Kenntnisstand und die Auswertung aller verfügbaren Quellen widerspiegelt.

Und auch die für zahllose dörfliche Gemeinden ab 1939 alltägliche Situation, dass plötzlich Kriegsgefangene und andere Zwangsarbeiter als Landwirtschaftliche Hilfskräfte und vor allem zum Kriegsende bei Bauvorhaben des Rüstungsministeriums und/oder der Luftwaffe zum Ortsbild gehörten, nimmt einen angemessenen Raum ein. 2015 hatte die Gemeinde einen Gedenkstein für den wegen „Rassenschande“ dort gehenkten polnischen Zwangsarbeiter Marian Tomczak und seine Geliebte, Hedwig Zipperer, gesetzt. Der Hintergrund dieser Geschichte ist im Buch ebenfalls nachzulesen.

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Letzte Chance: Musik im Bunker – heute

Für alle, die die Ausstellung „Musik im Bunker“ im Kunstraum Oberwelt noch nicht gesehen haben oder sie noch einmal sehen wollen bietet sich die letzte Gelegenheit am heutigen Samstag. 19.11.2016 von 15- 18 Uhr.
 
Wir bedanken uns bei allen Musikern, die Material zur Ausstellung beigetragen haben, bei allen, die am Program 

m der Vernissage mitgewirkt haben, dem Oberwelt-Team und natürlich bei allen Besuchern, die diese Ausstellung zu einem ganz besonderen Event gemacht haben.

 
Wir werden das Thema online auch weiterhin begleiten. Die Geschichte ist noch lange nicht fertig erzählt.
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Führung und Ausstellung am Wochenende


Am kommenden Wochenende bieten wir unterschiedliche Einblicke in die Stuttgarter Bunkerwelt.

Lassen Sie sich am Samstag, 12.11. bei einer Führung durch den ehemaligen Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße eine der wenigen Anlagen erklären, die bereits vor Ausbruch des Krieges in Stuttgart entstanden. Die Führungen beginnen ca. zu jeder vollen und halben Stunde von 12 bis 16 Uhr. Jede Führung dauert ca. eine Stunde.

Der Weg zum Stolleneingang ist ab dem LBBW Gebäude beschildert. Bitte folgen Sie von HBF Nordausgang dem Fußweg durch die S-21-Baustelle zum LBBW-Gebäude.

Erstmals in Stuttgart beschäftigt sich eine Ausstellung mit dem Beitrag, den Stuttgarts ehemalige Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg seit 45 Jahren zur lokalen Musikszene leisten. Die Schau in Kunstraum Oberwelt (Reinsburgstr. 93) zeigt diese Geschichte anhand von 12 exemplarischen Band-Lebensläufen, die mit 10 verschiedenen Bunker verknüpft sind. Neben der Band-Vita gibt es zu jeder Band ein Foto und eine Hörprobe und auch die zugehörigen Bunker sind mit Vita du Foto vertreten.

Als dreidimensionaler Erlebnisraum fungiert der Nachbau eines standardisierten Bunkerraums mit den Abmessungen 2,04 x 2,9 m, wie er in allen Stuttgarter Luftschutzbunkern als Standardraum den Innenausbau prägt. Viele Bands nutzten und nutzen teilweise noch heute diese knapp 6 qm großen Räume zum Proben. Andere haben mehrere Räume angemietet und die Zwischenwand entfernt. Auch davon zeigen wir Zeugnisse.

Die in der lokalen Presse mit viel Lob bedachte Ausstellung ist am Sonntag, 13.11. von 12 – 16 Uhr geöffnet, sowie am Montag 14.11. von 21:30 – 24 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter +49 711 6150013.

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Die Ausstellung ist eröffnet


Die Unterwelt zu Gast in der Oberwelt mit einer rappelvollen Vernissage am 28.10.2016 in der Reinsburgstraße 93.

Die Bilder geben einen kleinen Eindruck von einer tollen Vernissage mit einem tollen und zahlreichen Publikum. Die Ausstellung ist an den kommenden Montagen von 21:30 h – 24 h, an den Sonntagen 05. und 13.11. von 12 – 16 h und nach telefonischer Vereinbarung unter +49 711 6150013 geöffnet.

Anhand von 12 exemplarischen Beispielen zeigt die Ausstellung Eindrücke aus 45 Jahren Stuttgarter Musikgeschichte, die in den Räumen von 9 ehemaligen Luftschutzbunkern der Stadt entstand.

Manche Bands gab es nur ein paar Monate, andere spielen seit Jahrzehnten lokal, regional und überregional.

Zu jedem Bunker und jeder Band gibt es eine Vita, ein oder mehrere Bilddokumente und ein Tondokument.

Die meisten Stuttgarter Bunker wurden 1941 gebaut. Sie boten 4 Jahre der Stuttgarter Bevölkerung Schutz vor Luftangriffen. Seit nunmehr 45 Jahre dienen Bunker in Stuttgart als Proberäume und Basis einer vitalen lokalen Musikszene.

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