Tag der offenen Tür im ehem. Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim

Von zwei Seiten aus wurde mit Presslufthämmern und Sprengpatronen ein Stollen in den Fels getrieben.

Am 07. Juli zeigen wir Ihnen wieder den ehemaligen Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim-Bissingen. Der Luftschutzstollen war von April bis November 1944 von zwei Seiten in den Fels unter der katholischen Kirche St. Laurentius getrieben worden. Die Stadt Bietigheim als Bauherrin konnte für den Bau auf Arbeitskräfte aus dem Zentralen Durchgangslager des Arbeitsamts am Bahnhof zugreifen, über das im Laufe des Krieges ca. 200.000 Menschen geschleust und zur Zwangsarbeit innerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Landesarbeitsamtes Südwestdeutschland weiterverteilt wurden.

Nachdem am 09. November 1944 erstmals der Bahnhof Bietigheims aus der Luft angegriffen wurde, war ab Anfang Dezember der Gaishalde-Stollen nutzbar. Von nun an konnten die Anwohner aus der Gaishalde, dem Ulrichsbuckel und der unteren Bahnhofstraße bei Fliegeralarm und bei Luftangriffen in diesen Stollen.
Auch während der 12 Tage im April 1945, als die Front durch Bietigheim lief, suchten viele Menschen hier Schutz.

Für den Bau hatte die Stadt einen Vertrag mit dem Steinmetz Wilhelm Hahn abgeschlossen, da ein Stollen-Zugang von seinem Grundstück aus geschaffen wurde. Baumaterial und Abraum wurden auf seinem Grund gelagert, die Menschen mussten über seinen Hof in den Stollen.

Nach dem Krieg nutzte Hahn den Stollen für seinen Betrieb, bis 1947 die Stadt die Räumung verlangte. Hintergrund war der sogenannte „Entfestigungsbeschluss“ der Alliierten der die Zerstörung aller Bunker in Deutschland verfügte, und dem auch zahlreiche zivile Luftschutzbunker zum Opfer fielen. Obwohl das Schreiben vom 23. September 1947 mit „Bunkersprengung“ überschrieben ist, ging es im Fall des Gaishaldestollens um die Vermauerung des Zugangs von der Bahnhofstraße. Diese erfolgte alsbald und ist bis heute vorhanden. Der Zugang von der Gaishaldestraße hingegen blieb erhalten.

Der Stollen ist von 11- 17 Uhr geöffnet.

Der Zugang liegt an der Bushaltestelle Auwiesenbrücke. Parkmöglichkeiten sind auf dem aldi-Parkplatz in der Wobachstraße vorhanden.

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Vor 75 Jahren: Beginn des Stollenbaus in Bietigheim

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Mit einem knappen Fünfzeiler informierte Bürgermeister Gotthilf Holzwarth die Kirchengemeinde über den Beschluss zum Stollenbau. Die von den Baumaßnahmen betroffenen Anwohner der Gaishalde erhielten ein gleichlautendes Schreiben.

Unmittelbar nach den Gomorrha-Angriffen auf Hamburg vom 24.07. bis 03.08.1943 gaben der Polizeipräsident als örtlicher Luftschutzleiter der Stadt Stuttgart und Oberbürgermeister Dr. Strölin eine Erklärung ab, in der es hieß: „Es ist empfehlenswert, Schutzräume in Form von sogenannten Pionierstollen in den Berg hineinzubauen“.

Dieser „Startschuß“ führte zum Bau von mehreren hundert Luftschutzstollen in Stuttgart, von denen manche zum Teil noch bis Frühjahr 1945 gebaut wurden.

Die Erfahrungen der Städte, die – wie Köln, Hamburg und andere Metropolen – schwere Luftangriffe erlebt hatten, wurden in den politischen Foren wie dem Städtetag intensiv diskutiert. So führte eine Analyse der Hamburger Feuerwehr z.B. zu einer Reorganisation der Feuerwehr in Nürnberg, die dezentraler aufgestellt wurde, und dadurch bei den Luftangriffen bis Kriegsende eine verbesserte Handlungsfähigkeit erreichen konnte und weniger eigene Todesopfer bei den Einsätzen beklagen musste.

Auch die Initiative zum flächendeckenden Bau von Luftschutzstollen war mit eine Folge des regen Austauschs der Bürgermeister und Oberbürgermeister.

Während die Großstädte umgehend eine enorme Dynamik entwickelten, zeigten sich zahlreiche Kleinstädte noch zögerlich. Städte wie Bietigheim und Bissingen an der Enz vertrauten zunächst noch auf die bereits zu Kriegsbeginn eingerichteten Luftschutzräume in Gewölbekellern und auf die eigene geringe Bedeutung für die alliierten Bomber, also in gewissem Maße auch darauf, dass man schon allein deshalb verschont bleiben würde, weil die Stadt zu klein war und keine strategische Bedeutung hatte.

Im Laufe des Jahres 1943 setzte sich jedoch auch hier die Erkenntnis durch, dass man mehr für den Schutz der eigenen Bevölkerung tun müsse, als bislang umgesetzt worden war.

Anfang 1944 intensivierten sich die Gespräche zwischen der Stadt Bietigheim und den größten Unternehmen vor Ort, und im März 1944 war ein Maßnahmenpaket verabschiedet: In Bietigheim wurden im Stadtgebiet 5 Stollen in die Muschelkalkfelsen gebaut, sowie ein Erdstollen bei der Kammgarnspinnerei.

In Bissingen begannen zeitgleich die Arbeiten an den ersten von insgesamt 5 Stollen.
Somit wurden auf dem heutigen Stadtgebiet von Bietigheim-Bissingen 11 Luftschutzstollen geschaffen. Einer dieser Stollen, der ehemalige Gaishalde-Stollen unter der katholischen Kirche St. Laurentius an der Auwiesenbrücke, kann noch heute besichtigt werden. Er ist am 07. April von 11 – 17 Uhr geöffnet. In der Dokumentation vor Ort werden wir auch auf die Geschichte des Stollenbaus in Bietigheim und Bissingen eingehen, der vor 75 Jahren begann.

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1939 – Beginn des Luftschutzbunker-Baus in Stuttgart

Nachdem während der Sudentenkrise auch in Stuttgart erstmals seit dem 1. Weltkrieg wieder Flakstellungen in Stuttgart belegt worden waren wurde der sogenannte „bautechnische Luftschutz“ in Deutschland forciert.

In Stuttgart führte dies auch zum Bau erster öffentlicher Luftschutzanlagen, die in der Regel für Bahnreisende geschaffen wurden, aber auch zum Bau von „Gefolgschaftsstollen“ für die Beschäftigten eines Werkes, einer Behörde oder einer Institution.

Zu den „Gefolgsschaftsstollen“ gehörte der Stollen unter dem Pierre-Pflimlin-Platz für die Stadtverwaltung und die Luftschutzstollen der Handwerkskammer (Jägerstraße), der Reichsbahndirektion und vor dem Neuen Schloss.

Für Bahnreisende wurde am Bahnhof Stuttgart ein Luftschutzturm Bauart Winkel errichtet und am Hauptbahnhof der Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße, in dem auch die Beschäftigten des Güterbahnhofs Schutz finden sollten. Der Stollen der Reichsbahndirektion wurde mit einem Durchbruch an den Stollen unter der Heilbronner Straße angeflanscht, so dass hier ein Doppelstollen entstand. Durch Beschriftungen an der Wand wurde aber deutlich gemacht, dass der Stollen der Reichsbahndirektion kein öffentlicher Luftschutzraum war, und somit den dort Beschäftigten vorbehalten blieb.

Die hier genannten Bauwerke waren alle zum Kriegsausbruch 1939 nutzbar. Hinzu kamen die seit 1933 bei öffentlichen Neubauten verpflichtend realisierten Luftschutzkeller wie z.B. beim Verwaltungsgebäude der TWS. In mehreren Großstädten Europas waren während der Sudetenkrise Luftschutz-Deckungsgräben ausgehoben worden, so auch in Paris und London. In den großen europäischen Industrienationen wurden die Luftschutzmaßnahmen danach generell intensiviert, nicht nur in Deutschland.

Diese Maßnahmen wurden auch in der Regel mit Informationskampagnen verbunden, die der Öffentlichkeit zeigen sollte, dass man bereit sei, „falls etwas passiert“. Die gelegentlich verbreitete Vermutung, man habe die Baumaßnahmen von Luftschutzbunkern vor Kriegsausbruch eher geheim gehalten, weil sie als Kriegsvorbereitung gedeutet werden konnten, oder weil sie einem vom NS-Regime gepflegten Mythos der „Unverwundbarkeit“ widersprochen hätten, können geschichtlich nicht belegt werden. Vielmehr hatten Reichsluftschutzbund und Presse in der Zeit bis etwa 1938 an den Beitrag des Einzelnen zum Aufbau des Luftschutzes appelliert, danach wurden neu geschaffene Anlagen oft mit einem Tag der Offenen Tür als Zeichen des fürsorgenden Staates und erfolgreiche Anstrengung zum Schutz der Bevölkerung präsentiert.

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Frohe Weihnachten und ein gutes 2019!

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Wir wünschen allen Besuchern unserer Seite und unserer Veranstaltungen, allen unseren Familien, Freunden, Bekannten und allen Interessierten Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr.

Wir haben auch für das kommende Jahr interessante Beiträge und Aktivitäten geplant. Schauen Sie also immer wieder mal hier vorbei. Die aktuellen Termine finden Sie hier.

Es würde uns freuen Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung begrüßen zu können.

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Neuordnung an der Pragstraße

Der Abbruch der Gebäude zwischen Prag-, Quellen- und Glockenstraße steht vor seinem Abschluss. Das Areal, das einst hauptsächlich von den Firmen Fortuna und Eckart genutzt wurde, wird von der Firma Mahle neu bebaut, genauso wie Teile des lange brach gelegenen Geländes zwischen Glockenstraße und Lämmleshalde.

Mit den historischen Industriebauten verschwinden auch einige der baulichen Bezugspunkte der Luftangriffe auf das Industriegebiet Pragstraße. Vor allem die Gebäude der Firmen Wizemann und SKF Vereinigte Kugellagerfabriken (heute von der Polizei genutzt) verbleiben somit als historische Gebäude in diesem Areal und erhalten eine Ahnung davon aufrecht, wie das Industriezentrum in den 1930er und 1940er Jahren ausgesehen hat. Östlich davon, hangabwärts Richtung Neckar werden bald schon neue Gebäude das Bild prägen, die an die Architektur der bestehenden Mahle-Gebäude anknüpfen.

Für den Standort Pragstraße ist die Ausweitung des Mahle-Sitzes auch ein Stück weit das Ende einer lang anhaltenden Diskussion, was aus dem einst so bedeutenden Industriestandort werden soll. Ließen sich in der Nähe des Löwentors mehrere Autohäuser nieder so zeugen die Wohnblocks zwischen den Industriegebäuden noch immer vom Niedergang des Quartiers und warten auf die Fertigstellung des Rosensteintunnels, der die Verkehrsberuhigung bringen soll, die wahrscheinlich auch eine sukzessive Sanierung dieser Gebäude nach sich ziehen wird. Während im Wizemann-Areal die Kultur einen Platz gefunden hat, entstehen auf den in Umgestaltung befindlichen Flächen wieder Arbeitsplätze.

Mit der Umgestaltung des Areals verschwinden auch die Werksluftschutzkeller und die letzten Reste der Stollenanlage im Bereich der Lämmleshalde.

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Volles Haus in Aidlingen

110 Besucher an einem Dienstagabend. Damit hatten weder die Veranstalter noch wir gerechnet. Der Saal des kath. Gemeindehauses in Aidlingen war voll bis auf den letzten Stuhl.

Die Veranstaltung kombinierte unterschiedliche Sichtweisen auf den Venusberg, vom Naturschutz, Flora und Fauna, über die Schwierigkeit, den Namen zu erklären, Literarisches und historische Sagen und Mythen bis zur Geschichte der Drehfunkfeueranlage, die 1944/45 auf dem höchsten Punkt des Venusbergs errichtet wurde. Eine Ortsbestimmung, die übrigens ein direktes Ergebnis dieses Abends war.

Denn eine systematische Suche nach dem höchsten Punkt hatte noch niemand vorgenommen. Der Abgleich der Höhenkarte der Naturschützer mit dem Luftbild von der Funkfeueranlage am Ende der Veranstaltung bestätigte: Die Luftwaffe hatte den höchsten Punkt identifiziert und dort jenen Betonkranz aufgebaut, der bis heute das imposanteste erhaltene Relikt der Anlage ist.

Wir bleiben mit dem Heimatgeschichtsverein Aidlingen in Kontakt. Erste Gespräche für eine gemeinsame Veranstaltung im kommenden Jahr gab es bereits.

Unsere nächsten Termine.

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Vortrag zum Drehfunkfeuer Venusberg

Aidlingen 1Am Dienstag, 09.10.2018 veranstaltet die Projektgruppe „Venusberg“ der Kath. Erwachsenenbildung Aidlingen einen Kultur- und Bürgerabend zum Thema
„Das Geheimnis des Venusbergs“  – Erzählungen, Bilder, Musik rund um „dr Berg“

Die Veranstaltung findet im Kath. Gemeindehaus Aidlingen, Hauptstr. 53 statt. Beginn ist 19:30 Uhr.

Einer der Programmpunkte wird ein Vortrag über die 1944/45 errichtete Bernhard-Anlage auf dem Venusberg sein, deren Überreste, insbesondere der imposante Schienenkranz, noch heute im Wald zu finden sind.

Unsere nächsten Termine.

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