Buch: Althengstett, Neuhengstett und Ottenbronn 1933-1949

Der Historiker Dr. Christoph Bittel hat bereits 2007 („Politisches Leben 1083 bis 1945“) und 2009 („Kriege und ihre Folgen 1700 bis 1945“) zur Geschichte Calws publiziert. Nun liegt sein jüngstes Werk vor: „Althengstett, Neuhengstett und Ottenbronn 1933-1949“.

Bei der Entstehung des Buches wirkte ein von Bürgermeister Dr. Clemens Götz initiierter bürgerschaftlicher „Arbeitskreis Zeitgeschichte 1933 – 1945“ mit, an dessen Diskussionen um die Bewertung von Wehrmachtsrelikten und Projekten zur Industrieverlagerung wir ebenfalls Teil hatten.

So wurden erstmals alle verfügbaren Quellen zum Thema zusammengeführt und auch gegeneinander abgeglichen. Das Buch schildert umfangreich alle Facetten von „NS-Diktatur, Krieg und demokratischer Neubeginn“ (Untertitel) in den drei Dörfern der Gesamtgemeinde. So wird auch erstmals für alle Bürger der Gemeinde die Bedeutung Althengstetts innerhalb der Luftverteidigungszone West umfassend erkennbar, deren Relikte in Form des ehemaligen Beständelagers mitten im Ort und mehreren Gebäuden der ehemaligen Munitionsniederlage für die benachbarte schwere Flakbatterie Heumaden begreifbar. Natürlich steht aber vor allem der Alltag in den 15 Jahren im Vordergrund, der von der NS-Herrschaft und ab 1939 auch vom Krieg geprägt war.

Die ab 1944 laufenden Aktivitäten und Planungen zur Nutzung der Gemeinde für Verlagerungsbetriebe vor allem von Daimler-Benz sind in einer Zusammenfassung dargelegt, die den aktuellen Kenntnisstand und die Auswertung aller verfügbaren Quellen widerspiegelt.

Und auch die für zahllose dörfliche Gemeinden ab 1939 alltägliche Situation, dass plötzlich Kriegsgefangene und andere Zwangsarbeiter als Landwirtschaftliche Hilfskräfte und vor allem zum Kriegsende bei Bauvorhaben des Rüstungsministeriums und/oder der Luftwaffe zum Ortsbild gehörten, nimmt einen angemessenen Raum ein. 2015 hatte die Gemeinde einen Gedenkstein für den wegen „Rassenschande“ dort gehenkten polnischen Zwangsarbeiter Marian Tomczak und seine Geliebte, Hedwig Zipperer, gesetzt. Der Hintergrund dieser Geschichte ist im Buch ebenfalls nachzulesen.

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Letzte Chance: Musik im Bunker – heute

Für alle, die die Ausstellung „Musik im Bunker“ im Kunstraum Oberwelt noch nicht gesehen haben oder sie noch einmal sehen wollen bietet sich die letzte Gelegenheit am heutigen Samstag. 19.11.2016 von 15- 18 Uhr.
 
Wir bedanken uns bei allen Musikern, die Material zur Ausstellung beigetragen haben, bei allen, die am Program 

m der Vernissage mitgewirkt haben, dem Oberwelt-Team und natürlich bei allen Besuchern, die diese Ausstellung zu einem ganz besonderen Event gemacht haben.

 
Wir werden das Thema online auch weiterhin begleiten. Die Geschichte ist noch lange nicht fertig erzählt.
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Führung und Ausstellung am Wochenende


Am kommenden Wochenende bieten wir unterschiedliche Einblicke in die Stuttgarter Bunkerwelt.

Lassen Sie sich am Samstag, 12.11. bei einer Führung durch den ehemaligen Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße eine der wenigen Anlagen erklären, die bereits vor Ausbruch des Krieges in Stuttgart entstanden. Die Führungen beginnen ca. zu jeder vollen und halben Stunde von 12 bis 16 Uhr. Jede Führung dauert ca. eine Stunde.

Der Weg zum Stolleneingang ist ab dem LBBW Gebäude beschildert. Bitte folgen Sie von HBF Nordausgang dem Fußweg durch die S-21-Baustelle zum LBBW-Gebäude.

Erstmals in Stuttgart beschäftigt sich eine Ausstellung mit dem Beitrag, den Stuttgarts ehemalige Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg seit 45 Jahren zur lokalen Musikszene leisten. Die Schau in Kunstraum Oberwelt (Reinsburgstr. 93) zeigt diese Geschichte anhand von 12 exemplarischen Band-Lebensläufen, die mit 10 verschiedenen Bunker verknüpft sind. Neben der Band-Vita gibt es zu jeder Band ein Foto und eine Hörprobe und auch die zugehörigen Bunker sind mit Vita du Foto vertreten.

Als dreidimensionaler Erlebnisraum fungiert der Nachbau eines standardisierten Bunkerraums mit den Abmessungen 2,04 x 2,9 m, wie er in allen Stuttgarter Luftschutzbunkern als Standardraum den Innenausbau prägt. Viele Bands nutzten und nutzen teilweise noch heute diese knapp 6 qm großen Räume zum Proben. Andere haben mehrere Räume angemietet und die Zwischenwand entfernt. Auch davon zeigen wir Zeugnisse.

Die in der lokalen Presse mit viel Lob bedachte Ausstellung ist am Sonntag, 13.11. von 12 – 16 Uhr geöffnet, sowie am Montag 14.11. von 21:30 – 24 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter +49 711 6150013.

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Die Ausstellung ist eröffnet


Die Unterwelt zu Gast in der Oberwelt mit einer rappelvollen Vernissage am 28.10.2016 in der Reinsburgstraße 93.

Die Bilder geben einen kleinen Eindruck von einer tollen Vernissage mit einem tollen und zahlreichen Publikum. Die Ausstellung ist an den kommenden Montagen von 21:30 h – 24 h, an den Sonntagen 05. und 13.11. von 12 – 16 h und nach telefonischer Vereinbarung unter +49 711 6150013 geöffnet.

Anhand von 12 exemplarischen Beispielen zeigt die Ausstellung Eindrücke aus 45 Jahren Stuttgarter Musikgeschichte, die in den Räumen von 9 ehemaligen Luftschutzbunkern der Stadt entstand.

Manche Bands gab es nur ein paar Monate, andere spielen seit Jahrzehnten lokal, regional und überregional.

Zu jedem Bunker und jeder Band gibt es eine Vita, ein oder mehrere Bilddokumente und ein Tondokument.

Die meisten Stuttgarter Bunker wurden 1941 gebaut. Sie boten 4 Jahre der Stuttgarter Bevölkerung Schutz vor Luftangriffen. Seit nunmehr 45 Jahre dienen Bunker in Stuttgart als Proberäume und Basis einer vitalen lokalen Musikszene.

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Countdown zur Ausstellung

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Am 28.10.2016 um 19 Uhr ist es soweit. In der Galerie Oberwelt e.V. wird die Ausstellung „Musik im Bunker“ eröffnet. Die Ausstellung ist bis 19.11. zu sehen.

Zum ersten Mal in Stuttgart widmet sich eine Ausstellung dem Beitrag, den die ehemaligen Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg seit nunmehr 45 Jahren zur Entwicklung der lokalen Musikszene leisten.

Die Ausstellung präsentiert exemplarisch die Geschichte von 13 Bands und 10 Bunkern, die für 45 Jahre zivile Nutzung der Luftschutzbauten in Stuttgart stehen, seit Anfang der 1970er Jahre Mietverträge mit Bands wie Müll (Diakonissenplatz-Bunker) oder Spratzel Strull (Rosensteinbunker) abgeschlossen wurden.

Die Bands zeigen eine musikalische Bandbreite von Rock’n‘Roll, Rock, Blues und Progressive-Rock, über Beat, Experimentell-Wave-iges, Punk bis hin zu Death Metal.

Manche Bands gibt es schon längst nicht mehr, andere sind erst seit geraumer Zeit aktiv, und wieder andere gehören seit Jahrzehnten zur Musikszene der Stadt.  Und manche waren bzw. sind auch außerhalb Stuttgarts durchaus erfolgreich. Noch ein paar Namen gefällig: Teflon Fonfara, Cleanin‘ Women, Löud, Exitus, Biznis Biznis, und andere (lassen Sie sich überraschen).

Zur Vernissage ab 19:00 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Programm Vernissage:

– Kurze Einführung zur Ausstellung durch Oberwelt e.V. und Forschungsgruppe Untertage e.V.

– Anmerkungen von Jonnie Doebele zu seinen lebensgroßen Fotoleinwänden

– Hardy Sikler liest aus „Spot On“, der Geschichte von Spratzel Strull

– Ex- Müll spielen MÜLL-Stücke und Anderes in der Besetzung
Eckardt Dietel (Müll, The Time, Villa Rouge, Insert Coin, Tun up, Spin): Gitarre, Gesang
Klaus-Peter Grassnick (Müll, The Time, Circus O. Stark, Mocking Bird): Bass
Peter Schmid (Anyones Doughter, Fishermans Walkband, Country Joe Mac Donald, Ala Heiler, etc.): Percussion

Ort: Oberwelt e.V., Reinsburgstraße 93

Öffnungszeiten:
Montags:  21.30 – 24h
Sonntag 05. und 13.11. 12 – 16 Uhr
sowie nach Vereinbarung

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Ausstellung: Musik im Bunker

Wo gab es in Stuttgart an einer Stelle zuerst einen Bunker, dann ein Hotel, dann ein soziokulturelles Zentrum mit Töpferwerkstätten, psychotherapeutischen Einrichtungen, einem Versammlungsraum der Bhagwan-Gemeinde und anderen alternativen Angeboten und dann Proberäume für Bands, die Freitags offene Sessions veranstalteten?

Was haben Bands wie Müll, Café Soft, Cleanin‘ Women, Löud, Teflon Fonfara, und Exitus gemeinsam?

Was passiert seit 45 Jahren unter den Plätzen der Stadt, wo geheimnisvolle Treppen in die Tiefe führen?

Wie muss man beschaffen sein, um in einem ehemaligen Luftschutzbunker Musik zu machen?

All diese Fragen finden eine Antwort in der Galerie Oberwelt e.V., Reinsburgstr. 93, ab 28.10.2016.

„Musik im Bunker“ ist keine musikalische Inszenierung, die Bunker als Staffage nutzt. Es geht um Musik aus dem Bunker, Musik, die in Bunkern entstand und seit 45 Jahren entsteht. Mitten unter uns und doch unbemerkt, in einer anderen Welt. Und es geht um die Vielfalt dieser Musik, die in der Ausstellung im Mittelpunkt steht. Und ohne die Bunker würde es diese Musik so vielleicht gar nicht geben.

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Ideenwettbewerb für den Rosensteinbunker

Noch am 06.06.2005 wollten in der Anfrage Nr. 174/2005 im Gemeinderat der Stadt Stuttgart 4 Stadträte u.a. wissen, ob der Hochbunker Rosensteinbrücke (Badstraße) noch Bestandteil der Zivilschutzkonzeption ist, ob langfristig eine Instandsetzung und Modernisierung sinnvoll und auch vorgesehen ist, welche technischen Möglichkeiten einer Beseitigung es gibt und welche Kosten dafür anzusetzen wären.

Zum damaligen Zeitpunkt befand ich der Bunker noch in Zivilschutzbindung was die Diskussion um den Bunker im Gemeinderat schnell beendete. In Bad Cannstatt wollte sich freilich bis heute noch nicht jeder mit dem Kriegsrelikt abfinden. 1975 waren die beiden Hochbunker am Wilhelmsplatz abgerissen worden.

Im Mai 2010 fand in der Stadtteilbücherei Bad Cannstatt eine Ausstellung zum Hochbunker Badstraße statt. Neben lebensgroßen Schwarzweiß-Abzügen von Fotos, die Jonnie Doebele Anfang der 1970er Jahre von den Musikern von Spratzel Strull im Bunker machte zeigte die Ausstellung auch Fotos vom Bunker aus der Nachkriegszeit und der Gegenwart. Zur Eröffnung gab es live-Musik von ehemaligen Spratzel-Strull-Musikern und eine historische Einführung von Norbert Prothmann von der Forschungsgruppe Untertage.

Nun habe die Freien Wähler Bad Cannstatt ein Zeichen für eine Neunutzung des Bunkers gesetzt und einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnisse am 26.09. im Kursaal Bad Cannstatt präsentiert werden sollen. Ziel soll nun nicht mehr die Beseitigung des Bunkers sein, sondern seine Integration in das Konzept Stadt am Fluss und eine Öffnung des Bunkers für die Bevölkerung als Aussichtsturm, wenn möglich kombiniert mit einer historischen Ausstellung zur Geschichte des Bunkers.

Innerhalb der nächsten 10 Jahre, so hoffen die Initiatoren, könnte solch ein Konzept umgesetzt werden. Mit Blick auf die Erhaltung des Bunkers und einer möglichen Integration in ein örtliches Gesamtkonzept, das ihn für die Öffentlichkeit zugänglich macht begrüßen wir diese Initiative ausdrücklich. Es bleibt zu wünschen, dass sich die notwendige Unterstützung für ein solches Konzept findet.

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