Zeitreise

Der Hochbunker in  der Zuckerbergstraße in Steinhaldenfeld soll in ein Wohnhaus umgebaut werden. Die Projektgesellschaft Planquadrat Stuttgart stellt das Vorhaben auf ihrer Webseite vor.

Zu Zeit birgt der Bunker noch eine einzigartige Dokumentation. Die Hochbunker in Steinhaldenfeld waren bis in die frühen 1960er Jahre als Wohnheim genutzt worden, da in der Stadt Stuttgart trotz rasantem Wiederaufbau noch immer ein eklatanter Wohnraummangel herrschte.

Im Bunker Zuckerbergstraße waren zahlreiche Umbauten vorgenommen worden, um das Gebäude als Wohnheim zu nutzen. So wurden aus den Wänden vieler Zellen Fenster herausgebrochen, die zwar nur in den engen Flur führten, doch sie gaben den Bewohnern der kleinen Zimmer zumindest teilweise das Gefühl, in einem regulären Haus zu wohnen.

Die Tapeten sind an manchen Wänden noch sehr gut erhalten, an anderen hängen sie inzwischen herunter.  In manchen Räumen finden sich noch Bilder von damaligen Stars, mit denen die Bewohner ihre dürftige Behausung schmückten. In einem Raum wurde die Decke der aufkommenden Beat-Kultur entsprechend bunt bemalt, auch die Namen damals angesagter Bands finden sich an einer Wand.

Dadurch, dass große Teile des Bunkers seit über 50 Jahren nicht mehr genutzt wurden, blieb so ein außergewöhnlich authentisches Zeitdokument erhalten. Es wird jedoch mit dem Umbau des Bunkers verschwinden.

Advertisements
Veröffentlicht unter Aktuelles

Eindrücke vom Westwalltag 2017

Der Westwalltag 2017 war vom 22.-24.09.2017 im Raum Bietigheim-Bissingen / Markgröningen / Ludwigsburg / Stuttgart zu Gast.

An jedem der drei Tage verantwortete ein lokaler Partner das Programm.
Freitag, 22.09. Gruppe Bunker 302
Samstag; 23.09. Arbeitskreis Bunkerforschung
Sonntag, 24.09. Forschungsgruppe Untertage e.V.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und bei den Organisatoren des Westwalltags. Es war eine gelungene und erfolgreiche Veranstaltung.

Veröffentlicht unter Aktuelles

Fachtagung „Westwalltag 2017“

Vernebeln 01

Vernebelungsversuch, 1930er Jahre.

Die Betreiber des Museumsbunkers 302 der Neckar-Enz-Stellung in Bietigheim, der Arbeitskreis Bunkerforschung des Geschichtsvereins der Stadt Bietigheim-Bissingen e.V. und die Forschungsgruppe Untertage sind die Gastgeber der Fachtagung Westwalltag vom 22.- 24.09.2017.

Das Programm wird mehrheitlich die Neckar-Enz-Stellung thematisieren, deren Überreste Ziele mehrerer Geländebegehungen sind.

Die Vorträge der Abendveranstaltungen thematisieren technische Aspekte der Neckar-Enz-Stellung und Forschungsergebnisse zum Scheinbahnhof „Brasilien“ bei Lauffen am Neckar.

In der Begleit-Dokumentation nimmt die Luftverteidigung der Stadt Stuttgart einen gewichtigen Teil ein. Aktuelle Erkenntnisse zum Schutz der Stadt durch Jagdflugzeuge, Flak, Vernebelung, Tarnung, Ablenkungsmaßnahmen etc. und eine Zusammenfassung der Luftangriffe auf Stuttgart aus dem Blickwinkel des Großraums Stuttgart liefern Ansätze für weitere Forschung und Diskussionen. Die Dokumentation kann auch unabhängig von der Teilnahme an der Fachtagung beim Verlag bestellt werden.

Veröffentlicht unter Aktuelles

Öffungstag im Stollen Gaishalde in Bietigheim 03.09.2017

GH 006

Durchgang im Stollen Gaishalde in Bietigheim.

Am Sonntag, den 03.09.2017 zeigen wir noch einmal den ehemaligen Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim-Bissingen. Es ist der letzte offizielle Öffnungstag in diesem Jahr. Er wurde 1944 als einer von sechs Luftschutzstollen in Bietigheim als städtische Luftschutzanlage gebaut.

Bietigheim und Bissingen erlebten bis Ende 1944 keinerlei Luftangriffe, so dass in der Bevölkerung die Hoffnung bestand, dass man den Krieg doch einigermaßen unbeschadet überstehen könne. Dies erklärt auch, warum, die beiden Städte erste Anfang 1944 zu dem Ergebnis kamen, dass die schon zu Kriegsbeginn eingerichteten Luftschutzkeller nicht mehr ausreichten und unterirdische Stollenanlagen als öffentliche Luftschutzbunker geschaffen werden müssen.

Im Stadtgebiet von Bietigheim waren ab 1942 auch mehrere Militärbunker der Neckar-Enz-Stellung zu zivilen Luftschutzräumen umgerüstet worden. Ein solcher stand auf dem Grundstück, wo heute der aldi-Markt ist. Diese Bauwerke boten allerdings nur in begrenztem Umfang Schutzplätze.

Der Status als vermeintlich „ungefährdetes Gebiet“ bescherte Bietigheim zwischen 1941 und 1944 den Zuzug von Industriebetrieben und Fertigungszweigen aus Stuttgart. So verlegte etwa die Feuerbacher Firma SWF ihren Firmensitz 1942 komplett nach Bietigheim. Daimler-Benz nutzte große Teile der Kammgarnspinnerei und einige Räumlichkeiten der DLW für Produktionsverlagerungen aus Untertürkheim und auch andere Stuttgarter Firmen verlegten Teile ihrer Betriebe hierher.

Der Luftschutzstollen in der Gaishalde war bis zum Dezember 1944 weitgehend fertig. Bis Ende Dezember wurden vor allem noch Farbmarkierungen und die Sitzplatznummern der Holzbänke angebracht. Beim ersten Luftangriff auf das Bietigheimer Bahnhofsareal am 09. November 1944 suchten die Menschen aber schon Schutz im Stollen.

Die Holzbänke sind nicht mehr vorhanden, aber baulich ist die Anlage seither praktisch unverändert und vermittelt einen plastischen Einblick in die Situation der Bietigheimer Bevölkerung im letzten halben Jahr des Krieges.

Der ehemalige Luftschutzstollen liegt neben der B27 im Fels unter der katholischen Kirche St. Laurentius (Bushaltestelle Auwiesenbrücke).

Der Stollen ist von 11 – 17 Uhr geöffnet.

Unsere nächsten Termine im Überblick.

Veröffentlicht unter Aktuelles

Ein Blick in den Kalten Krieg

Eindrücke von unserer Sonderführung durch den ehemaligen Luftschutzstollen unter der Heilbronner Strasse in Rahmen der Ausstellung Titos Bunker im Württembergischen Kunstverein. Die Führung zeigte die Maßnahmen der Stadt Stuttgart zum Schutz der Zivilbevölkerung während des Kalten Krieges und erläuterte das zugrunde liegende Zivilschutzkonzept. Die Fotos wurden uns vom Württembergischen Kunstverein zur Verfügung gestellt.

Die Ausstellung „Titos Bunker“ kann dort noch bis Sonntag, 06. August besucht werden.

Unser nächster Termin ist der Öffnungstag im ehemaligen Luftschutzstollen in der Gaishalde in Bietigheim-Bissingen am Sonntag, den 03. September 2017, von 11 – 17 Uhr.

Unsere nächsten Termine.

Veröffentlicht unter Aktuelles

20.07.2017 WKV-Sonderführung Stollen Heilbronner Strasse

Der Württembergische Kunstverein zeigt vom 27. Mai 2017 – 6. August 2017 die Ausstellung Titos Bunker. Im Rahmenprogramm der Ausstellung findet am 20. Juli um 18 Uhr eine Sonderführung im Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße statt. Hierfür ist eine Anmeldung beim Württembergischen Kunstverein erforderlich. Dort erfahren die Teilnehmer auch die weiteren Details.

Die Sonderführung thematisiert die Situation Stuttgarts im Kalten Krieg und schlägt so thematisch die Brücke zum Ausgangspunkt der Ausstellung Titos Bunker.

Zur Ausstellung:
Von 1953 bis 1979 ließ der damalige Staatschef Jugoslawiens, Josip Broz Tito, unter strengster Geheimhaltung in der ca. 40 km von Sarajevo entfernten Gemeinde Konjic einen gigantischen und – zumindest theoretisch – atomwaffensicheren Bunker erbauen. In diesem 300 Meter tief in einen Berg gefrästen und 6.500 qm umfassenden Bau sollten im Falle eines Atomkrieges 350 auserwählte Vertreter der politischen und militärischen Elite des Landes Schutz finden und überleben – darunter eine einzige Frau: Titos Gattin Jovanka B. Broz. Tito selbst überlebte die Fertigstellung des Bunkers nur um ein Jahr.
Erst Ende der 1990er-Jahre wurde das 4,6 Milliarden Dollar teure Bauprojekt öffentlich bekannt. Zu diesem Zeitpunkt gab es Jugoslawien bereits nicht mehr.

2011 gelang es den beiden Künstler_innen Edo und Sandra Hozic die Project Biennial D-0 ARK ins Leben zu rufen, deren permanenter Standort Titos Bunker ist. Ziel ist dabei, mit der Biennale eine Sammlung entstehen zu lassen, die nach 2019 zur Gründung eines Museums im Bunker führen soll.

Iris Dressler und Hans D. Christ wurden eingeladen, 2017 die 4. Project Biennial zu kuratieren. Parallel dazu haben sie eine Ausstellung für den Württembergischen Kunstverein entwickelt, um den Bunker nicht nur an Ort und Stelle, sondern auch aus einer gewissen Distanz – in Abwesenheit bzw. als Phantom – reflektieren zu können.
Während sich ihr Projekt für den Bunker, in dem bereits über 120 Werke aus den vorhergehenden Biennalen installiert sind, auf sechs neue künstlerische Interventionen beschränkt, geht es in Stuttgart darum, auf der Basis eines breiten künstlerischen Spektrums verschiedene Referenz- und Assoziationsketten ins Spiel zu bringen. Diese reichen vom Zweiten Weltkrieg über den Zerfall Jugoslawiens bis zu den Kriegsschauplätzen des frühen 21. Jahrhunderts; von der atomaren Bedrohung über die „Gespenster“ des Kalten Krieges bis zum drohenden Ökokollaps; vom Bunker als einer scheinbar autonomen Überlebenskapsel und Wohnmaschine über das System des Museums bis zur Biosphere 2: jenes in den 1990er-Jahren gescheiterte Experiment zur Vorbereitung unserer Flucht auf den Mars.

Weitere Informationen bietet die Seite des Württembergischen Kunstvereins.

Unsere nächsten Termine.

Veröffentlicht unter Aktuelles

Luftschutzstollen Gaishalde 02.07.2017

Am kommenden Sonntag, den 02.07. zeigen wir den ehemaligen Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim-Bissingen. Er wurde 1944 als einer von sechs Luftschutzstollen in Bietigheim als städtische Luftschutzanlage gebaut. Bis dahin hatte man sich auf die schon zu Kriegsbeginn eingerichteten Luftschutzkeller verlassen. Außerdem waren im Stadtgebiet von Bietigheim auch mehrere Militärbunker der Neckar-Enz-Stellung zu zivilen Luftschutzräumen umgerüstet worden. Ein solcher stand auf dem Grundstück, wo heute der aldi-Markt ist. Diese Bauwerke boten allerdings nur in begrenztem Umfang Schutzplätze.

Bietigheim und Bissingen erlebten bis Ende 1944 keinerlei Luftangriffe, so dass in der Bevölkerung die Hoffnung bestand, dass man den Krieg doch einigermaßen unbeschadet überstehen könne.

Vor allem Bietigheim erlebte zwischen 1941 und 1944 Zuzug von Industriebetrieben aus Stuttgart, die in das vermeintlich sichere Umland verlagert wurden. So verlegte etwa die Feuerbacher Firma SWF ihren Firmensitz 1942 komplett nach Bietigheim. Daimler-Benz nutzte große Teile der Kammgarnspinnerei und einige Räumlichkeiten der DLW für Produktionsverlagerungen aus Untertürkheim und auch andere Stuttgarter Firmen verlegten Teile ihrer Betriebe hierher.

Mit dem ersten Luftangriff auf das Bietigheimer Bahnhofsareal am 09. November 1944 erreichte jedoch der Bombenkrieg auch diese Stadt. Die Stollen waren zu diesem Zeitpunkt gerade weitgehend fertig geworden. Im Gaishaldestollen wurde noch bis Ende Dezember 1944 gearbeitet, vor allem wurden noch Farbmarkierungen und die Sitzplatznummern der Holzbänke angebracht.

Die Holzbänke sind nicht mehr vorhanden, aber baulich ist die Anlage seither praktisch unverändert und vermittelt einen plastischen Einblick in die Situation der Bietigheimer Bevölkerung im letzten halben Jahr des Krieges.

Der ehemalige Luftschutzstollen liegt neben der B27 im Fels unter der katholischen Kirche St. Laurentius (Bushaltestelle Auwiesenbrücke). Der Stollen ist von 11 – 17 Uhr geöffnet.

Der Stollen ist außerdem am Sonntag, den 03.09. 2017, ebenfalls von 11 – 17 Uhr geöffnet.

Unsere nächsten Termine im Überblick.

Veröffentlicht unter Aktuelles