20.07.2017 WKV-Sonderführung Stollen Heilbronner Strasse

Der Württembergische Kunstverein zeigt vom 27. Mai 2017 – 6. August 2017 die Ausstellung Titos Bunker. Im Rahmenprogramm der Ausstellung findet am 20. Juli um 18 Uhr eine Sonderführung im Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße statt. Hierfür ist eine Anmeldung beim Württembergischen Kunstverein erforderlich. Dort erfahren die Teilnehmer auch die weiteren Details.

Die Sonderführung thematisiert die Situation Stuttgarts im Kalten Krieg und schlägt so thematisch die Brücke zum Ausgangspunkt der Ausstellung Titos Bunker.

Zur Ausstellung:
Von 1953 bis 1979 ließ der damalige Staatschef Jugoslawiens, Josip Broz Tito, unter strengster Geheimhaltung in der ca. 40 km von Sarajevo entfernten Gemeinde Konjic einen gigantischen und – zumindest theoretisch – atomwaffensicheren Bunker erbauen. In diesem 300 Meter tief in einen Berg gefrästen und 6.500 qm umfassenden Bau sollten im Falle eines Atomkrieges 350 auserwählte Vertreter der politischen und militärischen Elite des Landes Schutz finden und überleben – darunter eine einzige Frau: Titos Gattin Jovanka B. Broz. Tito selbst überlebte die Fertigstellung des Bunkers nur um ein Jahr.
Erst Ende der 1990er-Jahre wurde das 4,6 Milliarden Dollar teure Bauprojekt öffentlich bekannt. Zu diesem Zeitpunkt gab es Jugoslawien bereits nicht mehr.

2011 gelang es den beiden Künstler_innen Edo und Sandra Hozic die Project Biennial D-0 ARK ins Leben zu rufen, deren permanenter Standort Titos Bunker ist. Ziel ist dabei, mit der Biennale eine Sammlung entstehen zu lassen, die nach 2019 zur Gründung eines Museums im Bunker führen soll.

Iris Dressler und Hans D. Christ wurden eingeladen, 2017 die 4. Project Biennial zu kuratieren. Parallel dazu haben sie eine Ausstellung für den Württembergischen Kunstverein entwickelt, um den Bunker nicht nur an Ort und Stelle, sondern auch aus einer gewissen Distanz – in Abwesenheit bzw. als Phantom – reflektieren zu können.
Während sich ihr Projekt für den Bunker, in dem bereits über 120 Werke aus den vorhergehenden Biennalen installiert sind, auf sechs neue künstlerische Interventionen beschränkt, geht es in Stuttgart darum, auf der Basis eines breiten künstlerischen Spektrums verschiedene Referenz- und Assoziationsketten ins Spiel zu bringen. Diese reichen vom Zweiten Weltkrieg über den Zerfall Jugoslawiens bis zu den Kriegsschauplätzen des frühen 21. Jahrhunderts; von der atomaren Bedrohung über die „Gespenster“ des Kalten Krieges bis zum drohenden Ökokollaps; vom Bunker als einer scheinbar autonomen Überlebenskapsel und Wohnmaschine über das System des Museums bis zur Biosphere 2: jenes in den 1990er-Jahren gescheiterte Experiment zur Vorbereitung unserer Flucht auf den Mars.

Weitere Informationen bietet die Seite des Württembergischen Kunstvereins.

Advertisements