Zweimal Öffnungstag im September in Bietigheim


Am 01. und am 08. September besteht wieder die Möglichkeit den ehemaligen Luftschutzstollen in der Gaishalde in Bietigheim zu besichtigen.

Nachdem der Südteil im Frühjahr entrümpelt worden war konnten wir unseren Besuchern am 07. Juli erstmals den gesamten Stollen zeigen, wenngleich nur mit einer provisorischen Beleuchtung. Inzwischen ist eine feste Beleuchtung installiert, so dass nun erstmals auch der Südteil der Anlage ohne Einschränkung besichtigt werden kann.

Neben dem vermauerten Südeingang, der einst in den Hinterhof des Steinmetzbetriebs Hahn mündete sind auch gut erhaltene Reste der Leuchtfarbe in diesem Stollensegment zu sehen. Auch wenn der fluoreszierende Effekt heute kaum noch wirksam ist, vermitteln diese Farbstreifen doch einen sehr authentischen Eindruck von den Bedingungen, mit denen die Schutzsuchenden in der Anlage 1944/45 zurechtkommen mussten.

So passt der Stollen in doppelter Hinsicht zum diesjährigen Motto des Tags des offenen Denkmals. Ein „unbequemes Denkmal“ ist die Anlage allemal und sie war schon im Krieg unbequem. Neben 243 Sitzplätzen auf Holzbänken  waren 249 Stehplätze vorgesehen. Bei Fliegeralarm war eine deutliche Überbelegung die Regel. Es gab weder elektrisches Licht noch sanitäre Anlagen und auch keine ordentliche Lüftung.

Unbequem sind solche einstigen Luftschutzanlagen aber auch oft für die Städte, in deren Besitz sie heute zumeist sind. Sie kosten Geld, das Thema Krieg und Luftschutz ist heikel, die Erinnerung unbequem  und viele Städte sind ganz froh, wenn die Anlagen nach und nach verschwinden. Erfreulicherweise fördert die Stadt Bietigheim unsere Bemühungen, den Gaishalde-Stollen als Erinnerungsort zu erhalten. Und schon vor Jahren holte der Geschichtsverein mit der Splitterschutzzelle, die heute vor dem Stolleneingang steht, ein weiteres unbequemes Denkmal an die Enz. Die ganze Geschichte erfahren Sie vor Ort. Wir haben von 11 – 17 Uhr geöffnet.

 

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