Die Neckar-Enz-Stellung in Bietigheim-Bissingen als Denkmal


Blick aus dem Kampfraum des Bunkers 367. Er streute den Bereich zwischen Bissingen und Gärtnerei ab.

Blick aus dem Kampfraum des Bunkers 367. Er streute den Bereich zwischen Bissingen und Gärtnerei ab.

Die milden Tage dieses Vorfrühlings eignen sich hervorragend für Spaziergänge.

Da die Vegetation noch am Austreiben ist, bietet sich an manchen Orten Gelegenheit zu Entdeckungen. Wir haben die drei Abschnitte der Neckar-Enz-Stellung Bietigheim (B), Rotenacker (Ro) und Glems (G) etwas näher beschrieben.

Die Ruinen sind vor allem in den Wintermonaten und auch in diesen Tagen gut zu finden und bieten Einblicke in die noch erhaltene Struktur der Bauwerke, die im Sommer zum Teil unter dichtem Blätterwerk verborgen liegen. Auch wenn die Bunkerlinie untrennbar mit dem NS-Regime und dessen Rüstungsprogramm verbunden ist, kann sie nicht allein auf diese Periode reduziert werden. Die Planungen für die Verteidigungslinie stammten aus den frühen 1920er Jahren und waren eine direkte Konsequenz des 1. Weltkriegs.

Dies ist nicht zuletzt an der geographischen Lage erkennbar, die immer wieder Verwunderung hervorruft, und die nur aus dem Versailler Vertrag erklärbar ist. Die Verteidigungslinie an Neckar und Enz ist in erster Linie ein eindrückliches Denkmal, das für die instabile politische und militärische Situation der Weimarer Zeit steht, in der alle europäischen Staaten zunehmend davon ausgingen, dass der Versailler Vertrag nicht einen dauerhaften Frieden, sondern eher weitere militärische Auseinandersetzungen hervorbringen würde.

Gemäss ihrer Planung wäre die Neckar-Enz-Stellung eine Verteidigungsanlage der Republik geworden. Die ständig wechselnden Machtverhältnisse in der Republik verhinderten die Freigabe der Gelder für den Bau. Dieser begann erst ab 1934.

Auch wenn noch immer manche Gemeinden im Bereich der Bunkerlinie den Ruinen prinzipiell ablehnend gegenüberstehen gibt es inzwischen auch erfreuliche Beispiele, wo ein Umdenken einsetzt und der Wert der Relikte als Erinnerungsorte an die Geschichte des 20. Jahrhunderts erkannt wird.

Mehr zur Neckar-Enz-Stellung

Literatur zur Neckar-Enz-Stellung bei Gundelsheim und zum Museumsbunker Ro1

Der Museumsbunker Ro1

Am  30.03. veranstaltet der Arbeitskreis Bunkerforschung des Geschichtsvereins Bietigheim-Bissingen eine Bunkerwanderung zu den Ruinen auf den Hohen Kallmaten. Treffpunkt ist um 14:00 h an der Obsterfassungshalle am Grünschnittsammelplatz Bissingen.

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