Öffnungstag Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim


Eingang zum Stollen mit Splitterschutzzelle. Der Beobachter stand während des Krieges in Wendlingen.

Eingang zum Stollen mit Splitterschutzzelle. Der Beobachter stand während des Krieges in Wendlingen.

Am kommenden Sonntag, den 06. April 2014 ist wieder Tag der offenen Tür im Gaishalde-Stollen in Bietigheim. Der Luftschutzstollen aus dem 2. Weltkrieg liegt neben der B27 im Fels unter der katholischen Kirche St. Laurentius. Er ist von 11 – 17 Uhr geöffnet.

Die Städte Bietigheim und Bissingen begannen erst 1944 mit dem Bau von Luftschutzstollen. Trotz des imposanten Bahnviadukts und der Bedeutung des Bietigheimer Bahnhofs als Verkehrsknotenpunkt für die Region erlebten die beiden Städte lange Zeit keine Luftangriffe. So waren die zu Beginn des Krieges geschaffenen Luftschutzräume in Kellern die üblichen Zufluchtsorte.

1941 ließ Bietigheims Bürgermeister Gotthilf Holzwarth 8 Kampfbunker der Neckar-Enz-Stellung im Stadtgebiet für den Luftschutz herrichten, so dass fortan eine begrenzte Anzahl Schutzplätze auch in diesen Bauwerken zur Verfügung stand. Im Laufe des Jahres 1943 reifte in beiden Städten die Erkenntnis, dass alle vorhandenen Maßnahmen nicht mehr ausreichten um die Bevölkerung gegen einen schweren Luftangriff zu schützen.

Im April 1944 begann die Stadt Bietigheim auf Initiative des Bürgermeisters Holzwarth sowie der Firmen Daimler-Benz, Bessey und DLW mehrere Projekte. Für die Anwohner der Gaishalde, die damals bis an die Felswände bebaut war, wurde ein Luftschutzstollen in den Fels unter der Kirche getrieben. Das Einzugsgebiet des Stollens war die Altstadt bis zum Bahndurchlass beim Café Central. Im November des Jahres wurde er erstmals bei einem Alarm geöffnet. Es war gerade rechtzeitig, ab Dezember 1944 fielen Bomben auch auf Bietigheim. Bis Ende 1944 wurde am Stollen noch gebaut.

Die Stollenzugänge lagen im Westen hinter der Bäckerei Mutschler und im Süden im Hof des Steinmetzbetriebs Wilhelm Hahn. Der Südeingang ist heute vermauert. Diese Anlage ist der einzige ehemalige Luftschutzstollen in Bietigheim-Bissingen, der für Besichtigungen zur Verfügung steht.

Anhand von Exponaten zum Luftschutz und zum Alltag der Einwohner während des Krieges zeichnen wir die Situation der Zivilbevölkerung nach. Ein Abriss der Ereignisse zum Kriegsende in Bietigheim-Bissingen im April 1945 veranschaulicht die Situation in der Stadt als der Krieg schließlich an die Enz kam und Bietigheim 12 Tage lang Front war.

Der Stolleneingang liegt an der B27 (Stuttgarter Straße) vom Bahnhof kommend unterhalb des Krankenhauses vor der Enzbrücke rechts. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem aldi-Parkplatz in der Wobachstraße.

Vor dem Stolleneingang steht ein historischer Betonunterstand, der im Besitz des Geschichtsvereins der Stadt Bietigheim-Bissingen ist. Das Relikt ist Bestandteil des Ausstellungskonzepts und wird am Öffnungstag ebenfalls erklärt werden.

Zur Geschichte des Stollens ist eine Broschüre erhältlich, die in der Bietigheimer Bücherstube, der Osianderschen Buchhandlung, dem Stadtarchiv oder auch direkt vor Ort bezogen werden kann.

Kombinieren Sie einen Besuch bei uns doch mit einer Besichtigung des Museumsbunkers Ro1 der Neckar-Enz-Stellung in der Bissinger Brandhalde, der an diesem Tag ebenfalls geöffnet hat.

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