Der 1. Weltkrieg im Hinterland


In ganz Europa wird mit Ausstellungen, Aktionen, Publikationen und Veranstaltungen des Ausbruchs des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren gedacht.

Während vor allem an vielen Schauplätzen der Westfront und der Alpenfront dieser Krieg noch heute durch Festungsbauten, Gräben, Relikte, Gedenkstätten und eine immense Zahl von Soldatenfriedhöfen präsent ist, sind es auf deutschem Boden überwiegend die vielen Kriegerdenkmale, die an die Gefallenen der jeweiligen Orte erinnern.

Doch die Heimat hatte nicht nur den Aderlass an jungen Männern zu verkraften, die zu Hunderttausenden auf den Schlachtfeldern umkamen. Zum erstenmal entstand weit hinter den Linien der jeweiligen Streitkräfte eine „Heimatfront“.

Seit den ersten erfolgreichen Flügen über längere Strecken mit Luftschiffen und Flugzeugen war auch ein Netz von Flugplätzen entstanden, das kriegsbedingt erheblich ausgebaut wurde. Böblingen / Sindelfingen erhielten nicht nur einen Flugplatz, sondern auch ein Flugmotorenwerk. Eine Entscheidung, die die wirtschaftliche Entwicklung beider Städte bis heute entscheidend prägte.

Mehrere Städte trugen vor Kriegsausbruch dem rasant zunehmenden Bahnverkehr Rechnung. Am Stuttgarter Hauptbahnhof wurde bis 1917 gebaut. Karlsruhe hatte kurz vor Kriegsbeginn einen neuen Hauptbahnhof errichtet. Dieser Umstand spielte beim schwersten Luftangriff auf eine deutsche Stadt während dieses Krieges eine Rolle. Auch Städte wie Freiburg, Stuttgart, Ludwigshafen und Mannheim erlebten im Südwesten immer wieder Luftangriffe. Daneben war vor allem das Ruhrgebiet Ziel gegnerischer Flieger.

An der „Heimatfront“ ersetzten Frauen, Kinder, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter die Männer, die an die Front eingezogen wurden. Zahllose Betriebe stellten auf Rüstungsproduktion um. Selbst in Gewerbe- und Wohngebieten befanden sich plötzlich Munitionsfabriken. Unglücke mit tödlichem Ausgang ließen sich unter diesen Umständen nicht vermeiden.

Durch die britische Seeblockade hatte vor allem das Deutsche Reich zunehmend Versorgungsengpässe bei Nahrungsmitteln. Ab 1916 kam es in Deutschland zur Hungersnot, die letztlich zu Streiks und Unruhen führte, die den inneren Zusammenbruch des Kaiserreichs 1918 herbeiführten, der mit der militärischen Niederlage einher ging.

Für weiterführende Informationen zu bestimmten Schauplätzen an der Westfront empfehlen wir die Angebote unserer befreundeten Vereine und Arbeitsgemeinschaften:

Deutsch-Französische Forschungsgesellschaft Verdun e.V.

Deutsches Erinnerungskommitee Argonnerwald 1914 – 1918 e.V.

Expedition Hartmannsweilerkopf

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