70 Jahre Gaishaldestollen


Broschüre-Gaishalde-CoverVor 70 Jahren wurden die ersten Luftschutzstollen in Bietigheim und Bissingen in Betrieb genommen. An manchen Stollen wurde noch gebaut, auch die Anlagen, in die man nun die Bevölkerung einließ waren  weder „fertig“ noch ausreichend ausgestattet.

Elektrik war teilweise gar nicht oder nur in sehr geringem Umfang verlegt, so dass eine ausreichende Beleuchtung z.B. im Gaishaldestollen nicht vorhanden war. Die wesentliche Inneneinrichtung bestand aus hölzernen Sitzbänken, deren Plätze nummeriert und kontingentiert waren (1 Sitzplatz pro Familie).

Hatten Bietigheim und Bissingen bis Ende 1944 weitgehend Glück gehabt und waren von Luftangriffen verschont geblieben, zeigte sich die Notwendigkeit der sehr primitiv eingerichteten Stollen ab November 1944. Am 09. 11. 1944 fielen  zum ersten Mal Bomben auf Bietigheim.  14 Bomben schlugen im Bereich des Bahnhofs ein, beschädigten das Bahnhofpostamt und Teile der SWF-Fabrik. Das 1923 in Stuttgart Feuerbach gegründete Unternehmen war 1942 nach Bietigheim gezogen, um der Gefahr durch Luftangriffe zu entgehen, die zu diesem Zeitpunkt in Stuttgart bereits Realität war. Durch den Umzug hatte man sich 2 Jahre Sicherheit erkauft. Nicht zuletzt unter dem Eindruck dieses Ereignisses strebte die Firma eine Verlagerung von Arbeitsplätzen in den Felsenkeller an, die jedoch nicht mehr durchgeführt wurde.

Im Luftschutzstollen gegenüber dem Felsenkeller, unter der katholischen Kirche, drängten sich unterdessen die Schutzsuchenden bei jedem Fliegeralarm. Am 12. Dezember sollen sich 1.000 Menschen in der Anlage gedrängt haben, die für knapp 500 Personen konzipiert war.

Diese Anlage ist der einzige ehemalige Luftschutzstollen in Bietigheim-Bissingen, der der Bevölkerung für Besichtigungen zur Verfügung steht. Nach der Winterpause werden wir am Ostersonntag 2015 wieder zu Tag der offenen Tür einladen. Für alle, die sich inzwischen ein umfassenderes Bild des rund 180 m umfassenden Stollensystems machen möchten gibt es die Broschüre zum Stollen im Stadtarchiv oder direkt bei uns für 3 EUR zzgl. Versand.

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