Gelungener Spaziergang durch Bietigheims Geschichte


Rüdiger Erk und Nicolai Köppel lesen Zeitzeugenberichte in der kath. Kirche St. Laurentius, der letzten Station der historischen Wanderung. Die Vorgängerkirche lag im April 1945 immer wieder unter Granatwerferbeschuss.

Rüdiger Erk und Nicolai Köppel lesen Zeitzeugenberichte in der kath. Kirche St. Laurentius, der letzten Station der historischen Wanderung. Die Vorgängerkirche lag im April 1945 immer wieder unter Granatwerferbeschuss.

Ungebrochen ist das Interesse in Bietigheim-Bissingen an der Geschichte der Stadt zwischen 1933-45 und an den Ereignissen zum Kriegsende in der Stadt.

Rund 300 Besucher nutzten den ersten Öffnungstag im Gaishaldestollen am Ostersonntag um den ehemaligen Luftschutzstollen zu besichtigen und seine Geschichte zu erfahren.

Bei unserer Wanderung „70 Jahre Ende 2. Weltkrieg. Frontstadt Bietigheim“, die wir zusammen mit dem Geschichtsverein der Stadt Bietigheim-Bissingen am 19. April 2015 veranstalteten nahmen über 60 Interessierte aller Altersgruppen teil, darunter Zeitzeugen, die Erinnerungen aus ihrer Kriegskindheit einbrachten.

Der Spaziergang verband sieben Stationen, die vor 70 Jahren alle im Bereich des deutschen Frontabschnitts lagen. Norbert Prothmann von der Forschungsgruppe Untertage e.V. gab an jeder Station eine kurze geschichtliche Einführung zur Örtlichkeit. Rüdiger Erk und Nicolai Koeppel lasen Zeitzeugenberichte und Tagebuchauszüge, die das Geschehen in der Frontstadt Bietigheim veranschaulichten, teilweise ergänzt durch die Anmerkungen der Zeitzeugen.

Ein Teil der gelesenen Zeitzeugenberichte entstammte dem Buch „Das Jahr 1945 in Bietigheim“ von Christa Lieb, das nun wieder erhältlich ist. Die dort versammelten Aussagen sind eine sehr plastische Ergänzung zu den Veröffentlichungen in den Blättern zur Stadtgeschichte. Christa Lieb ging es um die Dokumentation und Überlieferung der Zeitzeugenaussagen im Sinne von „Oral History“. Demgegenüber erheben die „Blätter zur Stadtgeschichte“ geschichtswissenschaftlichen Anspruch.

Die Auswahl unserer Texte bediente sich beider Veröffentlichungen. Die sehr empfindsame und engagierte Art des Vortrags durch Rüdiger Erk und Nicolai Koeppel verwob die unterschiedlichen Berichte zu einer lebendigen und ergreifenden Darstellung.

Für den Geschichtsverein der Stadt Bietigheim-Bissingen und die Forschungsgruppe Untertage e.V. war diese Art der Geschichtspräsentation eine Premiere, die beide Vereine als sehr gelungen bezeichnen. Über eine Fortsetzung dieser Art von Zusammenarbeit wird nachgedacht.

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