Faszination U-Verlagerung


Die vor allem unterirdische Verlagerung von Produktionsstandorten der deutschen Kriegswirtschaft gehört zu den Themengebieten, die neben den sogenannten Geheim- und Wunderwaffen noch heute das größte Interesse auf sich ziehen.

In vielen Fällen waren es eher unspektakuläre Projekte wie die Planungen der Firma SWF in Bietigheim, die nicht mehr zur Ausführung kamen. Das Unternehmen plante eine Montage im Felsenkeller des gleichnamigen Lokals unweit der Enz.

Planungen zur Nutzung von Bahntunneln wie in Althengstett, Stuttgart-Feuerbach, dem Rosensteintunnel und zig anderen waren weitaus aufwändiger und wurden – zwar nicht in Stuttgart – aber in vielen Teilen Deutschlands noch bis zur Produktionsaufnahme umgesetzt.

Auch die Autobahntunnel wurden systematisch in die Verlagerung von Produktion einbezogen. Eines der grausigsten Projekte im Großraum Stuttgart war sicherlich das KZ Leonberg mit seiner Tragflächenfabrik im Engelbergtunnel.

Zu den monumentalsten Projekten der deutschen Rüstungsindustrie gehören indessen die geplanten Großbunker des Jägerstabs, die ganze Flugzeugfabriken aufnehmen sollten. Der Standort Vaihingen-Enz mit seinem KZ war eine solche Baustelle. Am weitesten fortgeschritten waren jedoch die Großbunker bei Landsberg / Kaufering und Mühldorf am Inn.

Zahlreiche geplante oder durchgeführte Verlagerungen sind bis heute nicht abschließend erforscht und dokumentiert. Zu ihnen gehören die geplanten und zumindest teilweise bis zur Produktion vorangetriebenen Verlagerungen von Betrieben in Werke der Maginot-Linie.

Es sind solche unerforschten Projekte, die dem Thema Betriebsverlagerung bis heute die Aura des Geheimnisvollen verleihen und Journalisten, Hobbyforscher wie Interessierte nachhaltig faszinieren.

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