Kulturbunker


Die Diskussion um ehemalige Luftschutzbunker konzentriert sich vor allem bei Hochbunkern häufig auf die Frage, ob das Bauwerk erhalten werden soll oder nicht. Dabei verlaufen die Argumentationslinien in der Regel zwischen Abrissbefürwortern, die in den Bauwerken hässliche Betonblöcke aus einer dunklen Zeit sehen und den Befürwortern, die zumeist den historischen Wert als Erinnerungsstätte anführen.

Wenig Raum nimmt die Nachkriegsnutzung der Bauwerke ein, die teilweise bis heute fortdauert und die den Bunkern eine in der Bevölkerung weitgehend unbekannte und dadurch auch stark unterschätzte Rolle für die Kultur   zumisst.

Die nie fertiggestellte Nordröhre des Wagenburgtunnels diente lange Jahre als Probebühne für das Staatstheater bevor 1985 dort der legendäre Club „die Röhre“ einziehen konnte, der der Musikszene der Stadt bis 2014 eine unersetzbare Plattform bot. Auch diverse Subkulturen hatten dort jahrelange feste Termine für regelmäßige Parties. Vor allem die Herrentoilette und die Nebenräume präsentierten bis zuletzt das Flair des ehemaligen Luftschutzbunkers.

Seit den 1960er Jahren waren Bunker immer wieder an Musiker als Proberäume vermietet, manche sind es heute noch. Hierzu gehören die Hochbunker in der SchreiberstraßeEierstraße, am Seelachwald, die Tiefbunker am Föhrich, unter dem Leonhardsplatz und unter dem Marienplatz.

In den 1970er Jahren waren auch die Bunker in der Badstrasse und unter dem Diakonissenplatz von Bands als Proberaum genutzt.

Aber auch die Bunker in Steinhaldenfeld waren an Kulturschaffende vermietet. Der Bunker Kolpingstraße diente eine Zeitlang Musikern als Proberaum. Der Bunker in der Zuckerbergstraße war lange Zeit an Bildende Künstler vermietet, davon 10 Jahre an den gebürtigen Neckarsulmer Georg Mühleck von dem zumindest eine Serie online verfügbar ist, die in der Zuckerbergstraße entstand. Wer genau hinsieht kann manche Details des Bunkers erkennen.

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