Aus Luftschutz wurde Zivilschutz


Aeffle-Pferdle

Aufkleber des Städtischen Amts für Zivilschutz

Über 2.500 Besucher nutzten die Gelegenheit, den Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße im Rahmen der Langen Nacht der Museen zu besichtigen.

Die Anlage verbindet Räumlichkeiten und Wandbeschriftungen aus dem 2. Weltkrieg mit neu hinzugefügten Eingangsbauwerken, die während des Kalten Krieges errichtet wurden. Allerdings wurden die Umbaumaßnahmen danach abgebrochen und die Modernisierung des Bunkers gestoppt.

So liefert der Stollen Einblicke in die Luft- bzw. Zivilschutz-Konzepte beider Zeitabschnitte und zeigt in baulicher Form die weitgehende Kontinuität der theoretischen Ansätze; denn entgegen weit verbreiteter Vorstellungen waren die Bunker weder im 2. Weltkrieg noch im Kalten Krieg mehrheitlich dafür ausgelegt, große Bevölkerungsteile langfristig zu beherbergen.

Waren die Bunker im 2. Weltkrieg für einen Aufenthalt von wenigen Stunden vorgesehen, nämlich nur für die Dauer eines Flieger-Alarms und eines tatsächlich einsetzenden Angriffs, so waren vor allem die „ertüchtigten“, also modernisierten Bunker im Kalten Krieg ebenfalls nur für eine relativ kurze Verweildauer der Schutzsuchenden ausgelegt. Für einen Angriff mit Gas oder bestimmten Bio-Waffen sowie den Schutz vor einem nuklearen Fallout wäre dies ausreichend gewesen.

Bei anhaltender nuklearer oder biologischer Verseuchung der Umgebung hätte eine Evakuierung in unverseuchtes Gebiet erfolgen müssen.

Auf dem damaligen Gebiet der Bundesrepublik wurden während des Kalten Krieges rund 2000 Zivilschutzanlagen neu gebaut und zahlreiche Bunker aus dem 2. Weltkrieg also modernisiert, auch in Stuttgart entstanden neue Anlagen wie etwa die MZA Hauptbahnhof während parallel bestehende Bunker „ertüchtigt“ wurden.

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