Luftschutz am Stuttgarter Hauptbahnhof


Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs war recht schnell klar, dass Angriffe aus der Luft auf Städte eine der großen Herausforderungen künftiger Kriege sein würde. In den meisten Ländern Europas begannen schon in den 1920er Jahren Diskussionen um Konzepte, mit denen man solchen Angriffen begegnen könnte. Zu konkreten Baumaßnahmen kam es aber zunächst nicht.

Die ersten Baumaßnahmen für Luftschutzbunker in Stuttgart gab es im Frühjahr 1939. Es waren vor allem Luftschutzräume für Bahnreisende wie die Winkeltürme in Feuerbach und Untertürkheim oder der Stollen unter der Heilbronner Straße. Es waren aber auch Stollenanlagen für Behörden wie z.B. beim Stuttgarter Rathaus der Handwerkskammer oder der Reichsbahndirektion. Dass diese Maßnahmen nicht ausreichten war bald klar. Als Folge des Führersoforterlasses vom 10. Oktober 1940 begannen am 21. November 1940 in Stuttgart die Beratungen über den Bau von Luftschutzbunkern mit den Beiräten für Luftschutzfragen.

Eine Folge dieser Beratungen war die Entscheidung zum Bau des Wagenburgtunnels. Der Tiefbunker unter dem Bahnhofsvorplatz (Hindenburgplatz) war eine weitere. Die Bahn selbst hatte Luftschutzkeller im Hauptbahnhof eingerichtet.

Im Verlauf des Kalten Krieges wurden neue Bunker gebaut. Sowohl für Beschäftigte der Bahn als auch für einen Teil der Bevölkerung. Der Stollen unter der Heilbronner Straße sollte ebenfalls modernisiert und umgerüstet werden, ein Vorhaben, das im Umbau abgebrochen wurde.

Andere Weltkriegsbunker standen nicht mehr zur Verfügung: Der Wagenburgtunnel war wie vorgesehen nach dem Krieg zur Verkehrsachse ausgebaut worden, der Tiefbunker unter dem Bahnhofsvorplatz musste der Klett-Passage und U-Haltestelle weichen.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde auch die Mehrzweckanlage am Hauptbahnhof aufgegeben, die aber weiterhin als Tiefgarage genutzt wird.

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