Öffungstag im Stollen Gaishalde in Bietigheim 03.09.2017


GH 006

Durchgang im Stollen Gaishalde in Bietigheim.

Am Sonntag, den 03.09.2017 zeigen wir noch einmal den ehemaligen Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim-Bissingen. Es ist der letzte offizielle Öffnungstag in diesem Jahr. Er wurde 1944 als einer von sechs Luftschutzstollen in Bietigheim als städtische Luftschutzanlage gebaut.

Bietigheim und Bissingen erlebten bis Ende 1944 keinerlei Luftangriffe, so dass in der Bevölkerung die Hoffnung bestand, dass man den Krieg doch einigermaßen unbeschadet überstehen könne. Dies erklärt auch, warum, die beiden Städte erste Anfang 1944 zu dem Ergebnis kamen, dass die schon zu Kriegsbeginn eingerichteten Luftschutzkeller nicht mehr ausreichten und unterirdische Stollenanlagen als öffentliche Luftschutzbunker geschaffen werden müssen.

Im Stadtgebiet von Bietigheim waren ab 1942 auch mehrere Militärbunker der Neckar-Enz-Stellung zu zivilen Luftschutzräumen umgerüstet worden. Ein solcher stand auf dem Grundstück, wo heute der aldi-Markt ist. Diese Bauwerke boten allerdings nur in begrenztem Umfang Schutzplätze.

Der Status als vermeintlich „ungefährdetes Gebiet“ bescherte Bietigheim zwischen 1941 und 1944 den Zuzug von Industriebetrieben und Fertigungszweigen aus Stuttgart. So verlegte etwa die Feuerbacher Firma SWF ihren Firmensitz 1942 komplett nach Bietigheim. Daimler-Benz nutzte große Teile der Kammgarnspinnerei und einige Räumlichkeiten der DLW für Produktionsverlagerungen aus Untertürkheim und auch andere Stuttgarter Firmen verlegten Teile ihrer Betriebe hierher.

Der Luftschutzstollen in der Gaishalde war bis zum Dezember 1944 weitgehend fertig. Bis Ende Dezember wurden vor allem noch Farbmarkierungen und die Sitzplatznummern der Holzbänke angebracht. Beim ersten Luftangriff auf das Bietigheimer Bahnhofsareal am 09. November 1944 suchten die Menschen aber schon Schutz im Stollen.

Die Holzbänke sind nicht mehr vorhanden, aber baulich ist die Anlage seither praktisch unverändert und vermittelt einen plastischen Einblick in die Situation der Bietigheimer Bevölkerung im letzten halben Jahr des Krieges.

Der ehemalige Luftschutzstollen liegt neben der B27 im Fels unter der katholischen Kirche St. Laurentius (Bushaltestelle Auwiesenbrücke).

Der Stollen ist von 11 – 17 Uhr geöffnet.

Unsere nächsten Termine im Überblick.

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