Behelfs-Viadukt in Bietigheim


Der erste Luftangriff auf die Bahnanlagen in Bietigheim erfolgte am 09. November 1944. Bei dem Angriff auf die Bahnhofsgegend kam bei der Firma SWF ein ausländischer Arbeiter ums Leben.

Das 1941 von Stuttgart-Feuerbach nach Bietigheim umgezogene Unternehmen versuchte noch Ende 1944 / Anfang 1945 die unterirdischen Räume des Felsenkellers für eine Produktionsstätte zu nutzen, das Projekt kam aber über die Planung nicht mehr hinaus.

Ab Anfang 1945 versuchten die Alliierten auch gezielt den Viadukt zu bombardieren, an dessen beiden Enden leichte Flak postiert war, um die Tiefflieger abzuwehren.

Dennoch wurde der Viadukt am 23. März von amerikanischen Marauder-Bombern getroffen und die Gleise durch Bombentreffer unterbrochen.

In den kommenden Tagen konnte die Bahnverbindung repariert und der Viadukt wieder eingleisig befahren werden.

Als jedoch am 07. April absehbar war, dass französische Truppen am kommenden Tag die Weststadt Bietigheims besetzen würden, die nicht verteidigt werden konnte, sprengten deutsche Pioniere am Morgen des 08. April 1945 alle Enzbrücken in den Städten Bietigheim und Bissingen und auch 5 Bögen vom Westteil des Viadukts, um den Franzosen keinen intakten Enzübergang in die Hände fallen zu lassen.

Nachdem die ersten notdürftigen Reparaturen am Viadukt nur eine sehr eingeschränkte Nutzung zuließen, wurde Anfang Dezember 1945 der Bauauftrag für eine 317 m lange eingleisige Behelfsbrücke erteilt, die 15 m nördlich neben den Viadukt gesetzt wurde. Die Bauzeit betrug von März bis November 1946. Am 28. August 1949 war der Bietigheimer Viadukt wieder aufgebaut und konnte in Betrieb genommen werden. Die Behelfsbrücke wurde in den Jahren danach wieder abgebaut.

Das einstige Fundament des Behelfsviadukts in der Wobachstraße unweit des aldi-Parkplatzes ist heute vor allem im Sommer ein beliebter Treffpunkt mit Blick auf die Enz.

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