08.09. Tag des Offenen Denkmals


Am Tag des Offenen Denkmals haben unter anderem auch der Daimlerturm in Bad Cannstatt, der Bunker unter dem Diakonissenplatz in Stuttgart-West und die KZ-Gedenkstätte im ehemaligen Engelbergtunnel geöffnet.

Der Daimler-Turm wurde 1894 im Auftrag von Gottlieb Daimler im Kurpark unweit seines ehemaligen Wohnhauses und der Werkstatt errichtet. Als Baumaterial wurde Cannstatter Travertin verwendet. Seit 1934 befindet sich der Turm im Eigentum der Stadt Stuttgart.

Im zweiten Weltkrieg wurde auf den Turm noch ein Holzgerüst gesetzt. Gerüchten zufolge soll darauf eine Flak stationiert worden sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass der Turm, wie der Aussichtsturm auf dem Burgholzhof, als militärischer Beobachtungsposten genutzt worden war.

In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich die leichte Flak, die den Cannstatter Viadukt zu verteidigen hatte.

Der Diakonissenplatzbunker ist der größte reguläre Tiefbunker, der in Stuttgart während des 2. Weltkriegs gebaut wurde. Sein u-fömiger Grundriss und seine Gliederung in drei Trakte machen ihn in Stuttgart ebenso einzigartig, wie die Tatsache, dass hier von Anfang an eine Luftschutzrettungsstelle eingeplant und eingebaut wurde. 1980-85 wurde der Bunker für den Kalten Krieg modernisiert.

Der alte Engelbergtunnel war bei seiner Fertigstellung 1938 Deutschlands erster Autobahntunnel. Im März 1944 wurde der Tunnel zu einer unterirdischen Fabrik umgebaut, in der von April 1944 – April 1945 Tragflächen für das Düsenflugzeug Me 262 gefertigt wurden. Auf 11.000 Quadratmeter Fertigungsfläche und in diversen Außenbetrieben arbeiteten mehrere Tausend KZ-Häftlinge, von denen 389 in Leonberg umkamen. Nach dem Krieg wurde der Tunnel wieder für die Autobahn genutzt. Nach Fertigstellung des neuen Engelbergtunnels wurde er verfüllt. Lediglich ein Tunnelmund blieb erhalten. Er beherbergt die KZ-Gedenkstätte.

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.