Aussichtstürme


Seit 1956 der Fernsehturm eröffnet und zum Wahrzeichen Stuttgarts wurde, gerieten die Aussichtstürme der Stadt, die sich vor dem 2. Weltkrieg großer Beliebtheit erfreut hatten, immer mehr in Vergessenheit. Das lag auch daran, dass der Hasenbergturm und der Degerlocher Aussichtsturm im Krieg von der SS gesprengt wurden, und somit nicht mehr zur Verfügung standen.

Auf dem aus den Trümmern der zerstörten Innenstadt aufgetürmten Birkenkopf stand außerdem ab 1957 eine exponierte Aussichtsplattform im Westen zur Verfügung, die ebenfalls einen spektakulären Weitblick bietet.

Der Daimler-Turm in Cannstatt war ohnehin fast nie für die Öffentlichkeit zugänglich, und der Bismarckturm blieb nach dem Krieg verschlossen. Das gleiche Schicksal teilte der Burgholzhofturm, der direkt neben den nun von der US Army genutzten Burgholzhof-Kasernen lag. Aus diesem Grund verhinderten auch die Amerikaner jeglichen Versuch, den Turm wieder für die Bevölkerung zu öffnen.

Erst 1986/1987 konnte der Verein Pro-Alt-Cannstatt den Turm sanieren und wieder zugänglich machen. Bis zum Abzug der Amerikaner vom Burgholzhof galt allerdings ein Fotografierverbot. Der Bismarckturm eröffnete erst im September 2002 wieder für die Öffentlichkeit.

Im Jahr zuvor war der ursprünglich schon für die IGA 1993 geplante Killesbergturm eröffnet worden. Er steht an der Stelle des Höhenparks, an der schon für die Reichsgartenschau 1939 ein Aussichtsturm geplant und 1950 ein erster Aussichtsturm errichtet worden war. Dieser war 1974 wegen Baufälligkeit abgerissen worden.

Die Wiedereröffnung des Burgholzhofturms wie auch der neue Killesbergturm und die Wiedereröffnung des Bismarckturms haben in Stuttgart ein neues Interesse an den Aussichtstürmen und ihrer Geschichte geweckt.

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