Spaziergänge „70 Jahre Kriegsende“

Unter dem Motto „70 Jahre Kriegsende“ erarbeiteten wir zwei sehr unterschiedliche Spaziergänge, die jeweils mit den lokalen Geschichtsvereinen gemeinsam organisiert wurden.

Frontstadt Bietigheim

Zusammen mit dem Geschichtsverein der Stadt Bietigheim-Bissingen veranstalteten wir am 19. April 2015 einen Spaziergang im Bereich des deutschen Frontabschnitts vom 12. – 20. April 1945.
An der Veranstaltung nahmen über 60 Interessierte aller Altersgruppen teil, darunter Zeitzeugen, die Erinnerungen aus ihrer Kriegskindheit einbrachten.

An sieben Stationen, die 70 Jahre zuvor alle im Bereich des deutschen Frontabschnitts lagen gab unser Vereinssprecher Norbert Prothmann jeweils eine kurze geschichtliche Einführung zur Örtlichkeit. Rüdiger Erk und Nicolai Koeppel lasen Zeitzeugenberichte und Tagebuchauszüge, die das Geschehen in der Frontstadt Bietigheim veranschaulichten, teilweise ergänzt durch die Anmerkungen der Zeitzeugen.

Ein Teil der gelesenen Zeitzeugenberichte entstammte dem Buch “Das Jahr 1945 in Bietigheim” von Christa Lieb, das nun wieder erhältlich ist. Die dort im Sinne von “Oral History” versammelten Aussagen sind eine sehr plastische Ergänzung zu den geschichtswissenschaftlichen Veröffentlichungen in den Blättern zur Stadtgeschichte.

Ein Fliegerabsturz und das Funkfeuer von Aidlingen

Im Gedenken an das Kriegsende 70 Jahre zuvor veranstaltete der Heimatgeschichtsverein Aidlingen am 9. Mai 2015 einen Vortrag mit Gunter Lauser und einen Besichtigungsspaziergang zu den Ruinen der Funknavigationsanlage auf dem Venusberg.

Im alten Lehenweiler Schulhaus referierte Gunter Lauser aus Owen über den Absturz einer Me 109 im April 1945 in Deufringen. Der aus Wien stammende Pilot kam dabei ums Leben. Herr Lauser und Kollegen aus seiner Interessengemeinschaft hatten das Wrack 1989 geortet und Überreste in 2,50 m Tiefe in einem Feld gefunden. Vor allem der Motor, ein Daimler-Benz Reihenmotor, war noch weitgehend erhalten. Er wurde einem Museum gestiftet.

Seitens der Forschungsgruppe Untertage e.V. führte anschließend Norbert Prothmann zu den Überresten der Funksendeanlage auf dem Venusberg.
Neben den beiden massiven Gebäuden, die noch erhalten sind und dem Herzstück der Anlage – einem Betonkranz mit 22,6 m Durchmesser, auf dem die Anlage stand – gab es Baracken und einen 22 Meter hohen Anodenmast, die jedoch nicht mehr erhalten sind.

An der Veranstaltung nahmen rund 80 Personen aller Altersgruppen teil.

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