Feuerbachs letzte Kriegsruine

Kaum wahrgenommen von der Feuerbacher Bevölkerung existierte bis zum Sommer 2011 noch immer eine Kriegsruine in Feuerbach. Das Areal unterhalb der Alten Steige war vollkommen überwuchert. Der Weg an der Ruine wird nur von den Anwohnern der umliegenden Gebäude benutzt. Ortsfremde verirren sich hier nie her.

Und doch konnte man in diesem Grundstück immer einen verfallenen Mauerrest mit zwei Fenstern erkennen, der aus dem üppigen Bewuchs hervorschaute. In diesem Teil Feuerbachs, wo die steilen Gartenhänge sich zum Fleckenweinberg und zum Killesberg hinauf ziehen, sind alte Mauern keine Seltenheit.

Doch diese Mauern waren nicht einfach ein verfallenes Gartenhaus. Es war die letzte Kriegsruine Feuerbachs und wahrscheinlich auch eine der letzten in Stuttgart. Als im Zuge des Grundstücksverkaufs das Areal im Frühjahr 2011 gerodet wurde, kam der Gebäuderest zum Vorschein. Er trug noch immer ein weitgehend intaktes provisorisches Dach aus Holz, Blech und anderen Materialien, wie man es nach dem Krieg mit den eben verfügbaren Mitteln geschaffen hatte. Die aus einem weitgehend intakten Raum bestehende Ruine war zwar nicht zugänglich aber nun für wenige Monate sehr gut zu sehen. Während unseres Stadtteilspaziergangs „auf den Spuren des Bombenkriegs“ durch Feuerbach konnten wir dieses einzigartige Zeugnis den Teilnehmern noch zeigen. Im September 2011 wurde die Ruine abgetragen, um einem Neubau Platz zu schaffen.

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