Stiftskirche

 

Im Zentrum der Innenstadt steht mit der Stiftskriche eines der Wahrzeichen Stuttgarts. Sie ist die älteste evangelische Kirche Stuttgarts und die Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Die Bausubstanz reicht bis in die Stauferzeit zurück, aus der jedoch nur noch der untere Teil des Südturms erhalten ist. Die Geschichte reicht bis ins 10. Oder 11. Jahrhundert zurück, als am heutigen Standort eine einschiffige frühromanische Kirche errichtet wurde. All weiteren Baumaßnahmen wurden um diesen historischen Kern herum ausgeführt.

Um 1240 wurde der Ausbau der Dorfkirche zu einer dreischiffigen Kirche begonnen. Von den zwei geplanten Türmen wurde aber nur einer (Südturm) ausgeführt. Um 1320 wird die Kirche zur Stiftskirche erhoben. In der Folge wird das Bauwerk immer wieder erweitert: Neuer Chor ab 1321, Aufstockung des Südturms um 1400, ab 1436 Erweiterung des Kirchenschiffs, erneute Aufstockung des Südturms  und Bau des wuchtigen 61 Meter hohen Westturms. Das ursprünglich geplante spitze Dach wurde nicht mehr fertiggestellt. In der beginnenden Reformation kamen die Arbeiten ins Stocken, so dass das bis heute die Optik des Turms prägende flache Dach aufgesetzt wurde.

In den folgenden vier Jahrhunderten waren Änderungen überwiegend im Innern vorgenommen worden, sowie an der Fassade. Ab 1890 wurden die Fenster im Schiff erneuert, auf der Nordseite wurden Fensterbrüstungen tiefer gelegt, um mehr Licht einzulassen.

Zusammen mit dem neuen Rathaus am Marktplatz dominiert die Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiterhin die Innenstadt. Während ringsum die Moderne architektonische Zeichen setzte (Kaufhaus Breuninger, Kaufhaus Schocken, Tagblatt-Turm, Postdirektion, Hindenburgbau, …), gab die Stiftskirche weiterhin das Höhenmaß des Bauens vor. Sowohl der Tagblatt-Turm als auch der Rathausturm erreichten die Höhe der Stiftskriche, überragten sie aber nicht.

Soweit die Kunstwerke ausgebaut werden konnten wurden sie bei Beginn des Zweiten Weltkriegs eingelagert, die meisten im „Großluftschutzraum“ Wagenburgtunnel. Bei den Juli-Angriffen 1944 wird die Innenstadt Stuttgarts weitgehend zerstört. In seinem Buch „Stuttgart im Endstadium des Krieges“ schreibt Karl Strölin:1950: „Der Marktplatz bot ein unbeschreiblich schauerliches Bild. Erschien in ein einziges Feuermeer getaucht zu sein, dahinter die Stiftskirche, das Wahrzeichen unserer Stadt, aufs Schwerste beschädigt im gespenstischen Schein.“

Im September 1944 wird die Kirche abermals schwer getroffen. Das Kriegsende erlebt sie nur noch als ausgeblasene und ausgebrannte Ruine. Der Wiederaufbau dauerte bis 1958. Ab 1999 wurde ein erneuter Umbau nötig, der unter anderem statischen und akustischen Problemen mit der im Wiederaufbau geschaffenen Bausubstanz geschuldet ist. Dieser bislang letzte Umbau dauerte bis 2003.

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