Kalter Krieg

Die meisten Kasernen und Flugplätze der Deutschen Wehrmacht wurden nach 1945 von den Westmächten weitergenutzt und entsprechend in die neue Militärkonzeption integriert.

In Stuttgart waren das die Kasernenareale auf dem Burgholzhof, in Bad Cannstatt, in Vaihingen und in Möhringen, sowie ein Teil des Flughafens Echterdingen. Im unmittelbaren Umland kamen diverse Stützpunkte hinzu wie etwa Pattonville oder die Panzerkaserne und der Flughafen in Böblingen. In der ehemaligen französischen Besatzungszone übernahm die französische Armee viele Wehrmachtseinrichtungen.

Für den Zivilschutz wurde 1952 beim Bundesministerium des Innern eine Unterabteilung Luftschutz gegründet, aus der 1957 das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz (BzB) hervorging, das später in Amt für Zivilschutz umbenannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch kaum an flächendeckende Programme zum Neubauten von Bunkern zu denken. So wurden bis in die 1970er Jahre hinein auch ehemalige Weltkriegsbunker modernisiert.

Viele Neubauten wurden als sogenannte Mehrzweckanlagen ausgeführt, die zivil genutzt werden konnten, im Krisenfall aber zu Schutzräumen umrüstbar waren. Hierzu gehörten Tiefgaragen, Tunnelneubauten, und S-Bahn-Stationen.

Mehr zu Stuttgart und der Region im Kalten Krieg.

Zivilschutzkonzepte des Kalten Kriegs im Überblick.

Während des Kalten Krieges instandgesetzte Hochbunker in Stuttgart

Neuwirtshaus, Föhrstraße 4

Feuerbach, Wiener Platz 5 (Winkelturm)

Feuerbach, Heilbronnerstraße 239 (Pragbunker)

Bad Cannstatt, Badstraße 51

Stuttgart-Ost, Sickstr. 171

Gaisburg, Talstraße 71

Untertürkheim, Sattelstraße 46

Wangen, Kirschenweg 12

Heslach, Böheimstr. 64

Während des Kalten Krieges instandgesetzte Tiefbunker in Stuttgart

Stuttgart-West, Forststraße 28 (Diakonissenplatz)

Stuttgart-Mitte, Wilhelmsplatz 16

Feuerbach, Wiener Platz 3

Bad Cannstatt, Waiblinger Straße 9

Stuttgart-Ost, Parkstraße 20

Stuttgart-Ost, Parkstraße 24

Untertürkheim, Karl-Benz-Platz

Während des Kalten Krieges neu gebaute Anlagen (Mehrzweckanlagen) in Stuttgart

Vaihingen, Handwerkstraße 5-7

Vaihingen, Hauptstraße 78a + 78 b

Vaihingen, Vollmoeller Straße 11

Heslach / Stuttgart-Süd, Heslacher Tunnel (B14)

Stuttgart-West, Seidenstraße 23

Stuttgart-Mitte, Rotebühl/Büchsenstraße

Stuttgart-Mitte, Uhlandstraße 2

Stuttgart-Mitte, S-Bahnhof Stadtmitte

Stuttgart-Mitte, Hauptbahnhof

Stuttgart-Nord, Jägerstr. 28

Stuttgart-Ost, Hackstr. 31

Weilimdorf, Ditzinger Straße 2-4

Stollen

Zwar wurden 2006 noch zehn Stollen aus dem 2. Weltkrieg als öffentliche Schutzräume geführt, aber keiner davon war modernisiert worden.

Eine Sonderstellung nimmt der Stollen unter der Heilbronner Straße ein, dessen Modernisierung begonnen, dann aber abgebrochen wurde. Damit weist das Bauwerk Rohbauelemente insbesondere für neue Luftschutztüren auf, die in diesem unfertigen Zustand sonst kaum der Öffentlichkeit gezeigt werden können.