Behördenselbstschutz in Stuttgart

 

1919 wurde die Technische Nothilfe (TN) von dem Pionieroffizier Otto Lummitzsch gegründet. Eine Werbebroschüre dieser Organisation aus dem Jahr 1920 hieß „Technisches Hilfswerk“. Dieser Begriff wurde aber nicht für die Organisation übernommen. 1936 wurde die TN als technische Hilfspolizei in die Polizei eingegliedert. 1941 wechselte Erich Hampe von der Ordnungspolizei und wurde mit dem Aufbau der Technischen Truppen betraut, deren Chef er Ende Mai 1941 wurde und bis Kriegsende blieb.

Am 22. August 1950 wurde Otto Lummitzsch vom damaligen Bundesminister des Inneren, Gustav Heinemann, damit beauftragt, für die Bundesrepublik eine neue Organisation aufzubauen, die unter dem Namen „Ziviler Ordnungsdienst“ die Aufgaben übernehmen sollte, die zuvor TN bzw. die Technischen Truppen erfüllt hatten.
Lummitzsch berief im September 1950 Erich Hampe in den Aufbaustab der neuen Organisation, für die ab 20. Oktober 1951 offiziell die Bezeichnung „Technisches Hilfswerk“ (THW) eingeführt wurde.

Hampe wurde ab Januar 1951 als „Referent Grenzschutz, Luft- und Katastrophenschutz“ im Bundesministerium des Innern (BMI) angestellt.

Am 11. Dezember 1953 beschloss das Bundeskabinett die Errichtung der Bundesanstalt für zivilen Luftschutz, zu deren erstem Präsidenten Hampe am 25. März 1954 bestimmt wurde. Er blieb in dieser Position bis zu seiner Pensionierung am 30. Juni 1955.
Erich Hampe hatte sowohl in den späten 1930er Jahren über den Zivilen Luftschutz publiziert, als auch nach dem Krieg über die Technischen Hilfstruppen und rückblickend über den Zivilen Luftschutz während der NS-Zeit. Insofern sind seine Veröffentlichungen zum Thema von außerordentlichem Wert.

Die Bundesanstalt für zivilen Luftschutz wurde 1957 der Bundesdienststelle für zivilen Bevölkerungsschutz unterstellt und 1958 zum Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz. Dieses Bundesamt wurde 1974 in Bundesamt für Zivilschutz (BZS) umbenannt. Es existierte unter diesem Namen bis 2001. Dann wurden die Aufgaben des BZS vom Bundesverwaltungsamt (BVA) übernommen.

Zentrale Funktionen auf Aufgaben wurden nach dem offiziellen Ende des Kalten Kriegs sukzessive heruntergefahren. Viele Hauptamtliche Mitarbeiter wurden mit anderen Aufgaben betraut, Bunker aus der Zivilschutzbindung entlassen und verkauft, in die Zuständigkeit der Städte und Gemeinden gegeben oder abgerissen.

Bedingt durch die personelle Kontinuität und die Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg hatte man bei der Gründung der Bundesanstalt für zivilen Luftschutz auch die grobe thematische Gliederung des Zivilen Luftschutzes aus den 1930er Jahren übernommen.
Neben dem quasi „öffentlichen“ zivilen Luftschutz gab es auch die Bereiche des bis 1945 so bezeichneten „Erweiterten Selbstschutzes“, in dem die Luftschutzmaßnahmen der Industrie (Werksluftschutz) und der Behörden angesiedelt waren. Die Maßnahmen für die Behörden wurden im Behörden-Selbstschutz zusammengefasst.

Diese Struktur wurde auch auf der kommunalen Ebene weitergeführt, so dass es in Stuttgart ein Amt für Zivilschutz gab und Maßnahmen und Helfer des Behörden-Selbstschutzes.