Flakbatterie S-Heumaden

Am 01. April 1937 wurde Heumaden mit Sillenbuch, Rohracker und Uhlbach nach Stuttgart eingemeindet. Dadurch erhöhte sich die Einwohnerzahl Stuttgarts um 7.500 Personen, die Fläche der Stadt jedoch 14,3 Quadratkilometer.

Bereits im 1. Weltkrieg war bei Heumaden eine Flakstellung gewesen. Die Luftwaffe nutzte die Lage des Ortes auf einem Höhenrücken am Nordrand der Filderebene, der in drei Richtungen abfällt (im Westen zum Bußbach, im Norden zum Tiefenbach und im Osten zum Katzbach), um einen Einflug in das Neckartal in Richtung Untertürkheim aus südwestlicher und südlicher Richtung zu sperren.

Folgerichtig wurde auch zu Beginn des 2. Weltkriegs erneut Flak in Heumaden stationiert. Das Batteriegelände lag südlich der Straße nach Ruit (heute Kirchheimer Straße) im Bereich Auchtbach und wurde von Straße nach Kemnat (Kemnater Straße) aus erschlossen.

Am 25. Februar 1941 wurde die 2./Res. 351 (F) von München nach Heumaden befohlen. Ob die Stellung zuvor bereits anderweitig belegt war, ist noch in Klärung.

Ausbau der Stellung

Am 04. März 1941 legte das Luftgaukommando eine erste Liste von sechs Stellungen vor, die ortsfest eingebaut werden sollten, also mit betonierten Bettungen. Es waren dies die Stellungen Stammheim, Kornwestheim, Gerlingen, Vaihingen, Luginsland, Kochenhof. Im Mai wurde die Liste abgeändert und statt der Batterie Kochenhof die Batterie Heumaden aufgenommen. Der ortsfeste Ausbau wurde kriegsbedingt jedoch nicht für alle dieser Stellungen durchgeführt, zum Teil wurde er auch dahingehend ausgeführt, dass die Kanonen zwar in Wallungen fest eingebaut wurden, aber die Stellung nicht betoniert sondern mit Holz und Erdreich ausgeführt wurden.

Auch wurde das Batteriegelände bei Heumaden massiv erweitert. Ende 1943 erstreckte es sich fast bis nach Kemnat und beherbergte drei Schwere Flakstellungen. Nun lag hier die 5./s460, die am 10. Juli 1944, zusammen mit Batterien aus Stuttgart-Vaihingen, Weilimdorf und Stammheim nach Auschwitz zum Schutz des dortigen Industriekomplexes abkommandiert wurde.

Einen Ersatz gab es zunächst nicht. Als die RAF die Stadt Stuttgart am 25., 26., 28. und 29. Juli angriff und weitgehend zerstörte, war die Batterie Heumaden unbesetzt. Am 29. Juli wurde die Nachbar-Batterie Degerloch durch eine Luftmine getroffen, die die meisten Baracken und die Meßstaffel komplett zerstörte. 10 Soldaten und 8 Luftwaffenhelfer starben, 14 weitere Angehörige der Batterie wurden verwundet. Auch Teil der Leichten Flak wurden zerstört, die 8,8 cm-Kanonen blieben jedoch intakt.

So wurde die 5/s. 436 Anfang August 1944 in die leer stehende Stellung Heumaden verlegt, wo sie bei den folgenden Luftangriffen auf Stuttgart im Einsatz war.

Erdkampf um Stuttgart

Am 26. März 1945 begann die Umrüstung der Batterie auf den Erdkampf. Die Kanonen wurden auf Behelfslafetten gesetzt, damit sie bewegt werden konnten. Damit ging auch ihre Zerstückelung einher. Zwei der Geschütze wurden am 30. März in die Panzerriegelstellung “Peter“ gebracht, die ca. 500 m nordwestlich von Perouse an der A8 aufgebaut worden war. Am 01. April sprengten deutsche Pioniere die 300 m vor der Stellung „Peter“ gelegene Autobahnbrücke. Am 09. April wurde nordöstlich von Münchingen, an der Reichsstraße 10 (heute B 10) bei Kallenberg, die Riegelstellung „Karl“ aufgebaut. Auch hier waren Geschütze der 5/s. 436 eingebunden.

Da die Franzosen im Enzkreis auf deutschen Widerstand stießen und ihr Vormarsch dort für mehrere Tage zum Halten kam, verlegten Teile der 5/s. 436 am 18. April 1945 mit vier Geschützen über Bad Cannstatt und Waiblingen nach Korb, wo der Vormarsch der Amerikaner über das Remstal erwartet wurde.

Noch bevor eine neue Panzerriegelstellung bezogen werden konnte, erging der Befehl zum Rückzug auf die Donaulinie Ehingen-Ulm. Da aber nur noch zwei LKW vorhanden waren, konnten damit auch nur 2 Kanonen gezogen werden. Die beiden anderen Geschütze verblieben bei Korb mit 18 Mann, darunter 9 Luftwaffenhelfer und 5 kroatischen Freiwilligen. Diese beiden Kanonen wurden in der Nacht vom 20. auf den 21. April mit 4 Pferden und einem Traktor eines örtlichen Bauern unter amerikanischem Beschuss zurück nach Waiblingen geschleppt. Unmittelbar nach dem Übergang über die Rems sprengten Pionier die dortige Brücke.

Durch den Beschuss war eine der beiden Kanonen funktionsunfähig geworden. Die zweite wurde bei Rommelshausen in Stellung gebracht. Am Morgen des 21. April verschoss die Gruppe fast die gesamte Munition gegen die über den Korber Kopf vorrückenden Amerikaner. Danach wurden beiden Kanonen gesprengt. Die Gruppe wollte sich danach noch in Richtung Donau durchschlagen, geriet zwischen Stetten und Plochingen aber in amerikanische Gefangenschaft.