FuMG Hochmössingen

Die Funkmeßgerätestellung 2. Ordnung „Hornisse“ ist ein Beispiel dafür, wie die Luftwaffe Areale während des Krieges mehrfach und auf verschiedene Weise nutzte.

Bei Hochmössingen hatten die Römer einst einen Abzweig der Verbindungsstraße Straßburg-Rottweil erstellt der vom Kastell Waldmössingen nach Sulz führte. Diese Straße ist als Weg bis heute erhalten. Hier wurde 1940 eine schwere Flugabwehrstellung der LVZ West errichtet, von der noch Reste erhalten sind.

Etwa 200 – 300 m Luftlinie entfernt war ebenfalls 1940 eine Nachtscheinanlage errichtet worden, die unter dem Decknamen „Habana“ als Industrieattrappe Angriffe auf die Mauser-Werke in Oberndorf auf sich ziehen sollte.

Während die Stellung Hochmössingen nach dem Frankreichfeldzug von der Flak geräumt worden war, blieb die Scheinanlage nach bisherigem Kenntnisstand bis Mitte 1943 bestehen.

Aber auch danach hatte die Luftwaffe für den Standort Verwendung. Nicht ganz auf halben Weg zwischen dem Standort der abgebauten Scheinanlage und der 1940 geräumten LVZ-Stellung der Schweren Flak entstand 1944 die Funkmeßgerätestellung 2. Ordnung „Hornisse“.

Die Anlage bestand aus einem „Freya“-Gerät und mindestens einem „Würzburg Riese“. Dazu kamen noch mehrere Baracken, in denen die Besatzung der Stellung untergebracht war und arbeitete. Ob Bauten von der Scheinanlage übernommen werden konnten ist nicht klar, von den Baracken sind auch keine Fundamentreste mehr übrig. Allerdings ist das Fundament des Würzburg Riese bis heute erhalten, das sich inzwischen inmitten eines Ackers befindet und somit vor allem in der Winterzeit sichtbar ist.

Dieses Fundament ermöglicht auch die zweifelsfreie Ortsbestimmung der Stellung „Hornisse“.

Die Stellung wurde mit der 4. mittleren Flugmelde-Leit-Kompanie der I. Abteilung des Luftnachrichten-Regiments 237 (Feldpostnummer 52533) belegt. Die Personalstärke von 100 Angehörigen einer solchen Kompanie wurde zwar während des Krieges beibehalten, allerdings nahm der Anteil regulärer Soldaten im Laufe des Krieges kontinuierlich ab, so dass ein Anteil von 20 – 40 Mann zuzüglich 60 -80 Luftwaffenhelferinnen („Blitzmädels“) oder weiblichen RAD-Angehörigen (KHDM) durchaus üblich war.

In 9 Funkmeß-Stellungen des Luftnachrichten-Regiments 237 kamen KHDM des RAD-Bezirks XII zum Einsatz, so auch in Hochmössingen. Die Stellung wurde sehr wahrscheinlich bis Frühjahr 1945 betrieben.