Kolbenschmidt AG

Im Juli / August 1944 begann die Firma Kolbenschmidt mit dem Bau eines Luftschutzstollens für die Belegschaft zwischen der Salinenstraße und der Paulinenstraße. Der Stollen verfügte über drei Zugänge von der Paulinenstraße. Die Überdeckung betrug dort 12- 13 m.

Ursprünglich war vereinbart worden, dass ein Drittel des Stollens (konkret ein Zugang mit den zugehörigen Stollensegmenten), von der Stadt Neckarsulm und zwei Drittel von der Fa. Kolbenschmidt gebaut würden. Auch die Bahn sollte auf diese Weise die Möglichkeit haben, den Stolen als öffentlichen Luftschutzraum auszuweisen. Solche Vereinbarungen waren keine Seltenheit. In Bietigheim gab es eine solche beispielsweise beim Bau des Wobachstollens durch die DLW.

In Neckarsulm kam die Vereinbarung letztlich nicht zum Tragen und Kolbenschmidt baute den Stollen für 2.000 Personen alleine. Allerdings hatte die übergeordnete Luftschutzbehörde den Anwohnern das Recht zugesprochen, den Stollen mitbenutzen zu dürfen, was immer wieder zu Auseinandersetzungen führte.

Unmittelbar nach Ende des Krieges wurde im Stollen ein Brand gelegt, der die Innenausbauten teilweise zerstörte. 1951 km es zum ersten Einbruch des Stollens unweit der Paulinenstraße 36. Nach einem größeren Einbruch 1956 wurde der Stollen umfangreich untersucht, 1958 als insgesamt einsturzgefährdet eingestuft und dann mit Pressbeton verfüllt. Die Maßnahme wurde zunächst von der Stadt Neckarsulm vorfinanziert. Der Versuch, die Kosten von der Fa. Kolbenschmidt und/oder dem Bund erstattet zu bekommen, mündete in einen längeren Rechtsstreit. Auch dies ist eine Parallele zum Bietigheimer Wobachstollen, wo die Frage der Baukostenentschädigung nach dem Krieg ebenfalls vor Gericht entschieden wurde.