NSU Hungerbergstollen

1944 begann die NSU mit dem Bau eines umfangreichen Luftschutzstollens für 3.000 – 4.000 Personen am Hungerberg. Am Steppachweg wurden vier Zugänge in das Erdreich getrieben. Für den Abtransport des Abraums wurde auf dem Steppachweg eine Lorenbahn verlegt. Der Aushub wurde am Westabhang des Hungerbergs auf eine Terrasse geschüttet, die dadurch ca. 5 m höher wurde. Auf dem Areal befindet sich heute die Kleingartenkolonie.

Unter der Leitung der Organisation Todt wurden vier betoniere Hauptgänge parallel zum Steppachweg geschaffen, die 3 m breit und ca. 2,5 m hoch waren. Die 13 Quergänge waren nur 2 m breit und hoch und mit Holz ausgeschalt. Die gesamte Anlage erstreckte sich auf ca. 120 x 40 m und grenzte unterirdisch direkt an das Gelände der Flakstellung auf dem Hungerberg.

Da der geplante Bunkerausgang am Hungerbergweg im Süden nicht fertiggestellt wurde, und die die Anlage nur zwei Luftschächte besaß, bereitete die Lüftung massive Schwierigkeiten. Die ursprüngliche Planung war wohl tendenziell eher für 3.000 Personen ausgelegt gewesen, so dass die später dort sich zusammendrängenden 4.000 Menschen bereits eine Überbelegung darstellten. Solche Zustände sind aus zahlreichen Städten überliefert, insbesondere an Orten, wo es wenig Alternativen zu den überfüllten Anlagen gab.

In den Tagen vom 02.-14.April 1945 musste mitunter Sauerstoff aus Flaschen für die Industrie in den Hungerbergstollen gepumpt werden, um die Versorgung der Insassen mitausreichend  Sauerstoff gewährleisten zu können.