München

Die „Hauptstadt der Bewegung“ war eine aus historischen Dörfern zusammengewachsene Stadt, die in den 1930er Jahren noch deutlich weniger großstädtische Strukturen aufwies als heute. Eine U-Bahn gab es noch nicht, die weitgehend flache Stadt verfügte über keine Tunnel, die man der Bevölkerung als Schutzraum hätte anbieten können.

Durch das weit verbreitete Brauwesen verfügte die Stadt über zahlreiche tiefliegende und solide Bierkeller, die neben den Kellern der Wohnhäuser zu Luftschutzräumen ausgebaut wurden.

Zusätzlich musste ein Netz von Hoch- und Tiefbunkern angelegt werden, um der Bevölkerung entsprechend bombensichere Schutzplätze zur Verfügung zu stellen.

Unter der Leitung von Karl Meitinger errichtete das Stadtbauamt München bis Kriegsende insgesamt 48 Hoch- und Tiefbunker. Das waren weniger als ursprünglich geplant. Bei einem Besuch in München 1942 stellte Hitler fest, dass mehrere Bunkerprojekte wegen Arbeitskräfte- und Materialmangels vollkommen zurückgestellt waren, um die im Bau befindlichen Projekte beschleunigt, bzw. überhaupt fertig stellen zu können.

Hitler intervenierte und ließ der Stadt München zusätzlich Material und Arbeitskräfte zuteilen. Dadurch konnten weitere Bunker gebaut werden. Dennoch blieben einige Vorhaben unrealisiert.

Heute sind noch ca. 20 Hochbunker erhalten. Manche davon stehen noch immer in Zivilschutzbindung und werden von der Branddirektion verwaltet. Andere stehen einfach leer.

In den letzten Jahren wurden immer wieder Bunker abgerissen, so die Hochbunker in der Müllerstrasse (2009) und in der Steinerstrasse (2010). Vor diesem Hintergrund sind die Projekte in der Ungererstrasse (Alte Heide) und am Bahnhof Allach (Lautenschlägerstraße) noch vergleichsweise positiv zu bewerten, wo die Bunker zwar entkernt wurden, um in Wohn- oder Geschäftshäuser umgebaut zu werden. Diese Bauvorhaben sicherten aber zumindest einen Teilerhalt der Bunker und ihrer teilweise ensembleprägenden Optik (Alte Heide).

Sie ermöglichen so wenigstens eine gewisse Erinnerung an die historischen Zusammenhänge, in denen sie entstanden. Da München bis heute keinen Museumsbunker hat, der die Thematik des zivilen Luftschutzes aufzeigen könnte, muss man dies positiv bewerten. Das Fehlen eines entsprechenden Dokumentationszentrums lässt allerdings eine erhebliche Lücke offen.