Kremser Strasse

Der Tiefbunker unter dem Feuerbacher Bahnhofsvorplatz entstand als Luftschutzbunker im 2. Weltkrieg. Mit dem Bau wurde Anfang 1941 begonnen. Die Erdüberdeckung ist mit 1,5 m verhältnismäßig gering. Dafür wurde die Bunkerdecke entsprechend konstruiert, so dass das Bauwerk selbst Volltreffer mit allen damals üblichen Fliegerbomben unbeschadet zu überstehen in der Lage war. Unter einer ca. 1,6 – 1,8 m dicken Stahlbetondecke bot die Anlage bis zu 1000 Personen Platz, wobei vor allem gegen Kriegsende diese Zahl wohl permanent überschritten wurde. Teile wurden nach den schweren Luftangriffen auf Feuerbach als Behelfswohnraum von ausgebombten Familien genutzt. Diese Sondernutzung reichte bis in die 50er Jahre hinein.

Durch den einsetzenden kalten Krieg verblieb der Bunker im Zivilschutzprogramm für die Stadt Stuttgart. Er wurde modernisiert und teilweise mit neuen Einbauten versehen. So stammen z.B. die heute dort installierten Sitze aus dieser Zeit.

Die Anlage verfügt über einen eigenen Brunnen zur Wasserversorgung und über ein Diesel-Notstrom-Aggregat. Nach Ende des kalten Krieges blieb das Bauwerk im Zivil- und Katastrophenschutzprogramm. Die neue Aufgabe besteht seither im Bedarfsfall darin, der Zivilbevölkerung bei Chemie-Unfällen, Großbränden mit massiver Gasentwicklung oder ähnlichen Katastrophenfällen Schutz zu gewähren.