Raitelsberg

1927 – 29 wurde in Stuttgart Ost die Raitelsberg-Siedlung errichtet. Das Siedlungsprojekt schloss im Süden an die 1921-27 errichtete Straßenbahnersiedlung in der Hackstraße an und erstreckte sich bis zur Villa Berg. Dadurch rückten die Siedlungen im Osten auch näher an den Stadtkern von Stuttgart heran. Noch heute ist der Charakter der Siedlung optisch sehr gut erhalten. Die Gebäude wurden nach dem Krieg weitgehend wiederhergestellt und nur vereinzelt durch Neubauten ergänzt.

Zwischen der Raitelsbergsiedlung und der Straßenbahnersiedlung blieb an der hackstraße eine Grünanlage. Dort wurden 1940/41 nacheinander zwei Tiefbunker errichtet. Die Bunker befinden sich auf leicht unterschiedlichem Bodenniveau und sind nicht miteinander verbunden. Jedes der Bauwerke hat zwei Zugänge.

Diese Konstruktion ist in Stuttgart einzigartig und hat neben der topographischen Situation möglicherweise auch noch andere Gründe. Die Errichtung zweier kleinerer Einheiten statt einer großen war einfacher, pro Bauabschnitt schneller zu bewerkstelligen und bot letztlich mehr Sicherheit. Zusammengenommen sind die beiden Bunker deutlich größer als der Marktplatzbunker. Die Grundfläche der beiden Anlagen beträgt 2.537 m². Sie verfügen über Stadtwasseranschluss, Toiletten, Elektrizität und eine Lüftung.

Über das ursprüngliche Fassungsvermögen gibt es keine genauen Angaben. Es dürfte bei ca. 2.500 bis 3.000 Personen gelegen haben. Wieviele Menschen sich bei den Luftangriffen tatsächlich hineingedrängt haben, ließ sich nicht mehr ermitteln. Nach dem Krieg dienten auch diese Bunker jahrelang als Notunterkünfte.

Beide Bunker wurden während des Kalten Krieges instandgesetzt. Heute bieten sie Schutzplätze für 1.322 bzw. 600 Personen. Für den Katastrophenfall sind Betten eingelagert.

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