Aldinger Strasse

Neben dem Stollen in der Zazenhäuser- / Veitstraße im Zentrum von Mühlhausen und dem Stollensystem in der Baltenstraße/Engelburg wurde für die Bevölkerung von Mühlhausen ab Spätsommer 1943 auch ein Stollen in der Aldinger Straße gegenüber dem Klärwerk gebaut.

Der Stollen liegt unterhalb der Breitschwert-Straße und damit unweit der Stadtgrenze zu Aldingen (heute Remseck). Er wurde in den dortigen Muschelkalkfels getrieben. Eine Auskleidung der Wände war nicht notwendig und wurde auch nicht ausgeführt.

Der Stollen hatte zwei Zugänge, von denen einer vermauert ist. Der zweite war lange Zeit offen obwohl eine Gittertür angebracht war. Allerdings war diese zwischen Frühjahr und Herbst so weit von der Vegetation verborgen, dass der Eingang nicht zu sehen war. Und auch in der kalten Jahreszeit war die Gittertür aus dem vorbeifahrenden Auto kaum auszumachen. So blieb der Stolleneingang den meisten Menschen verborgen.

Dies zeigte sich auch bei der Begehung im Jahr 2008, bei der sich der Stollen vollkommen sauber und frei von Müll und Schmierereien präsentierte. Unsere Fotos entstanden bei dieser Begehung.

Anfang 1944 war der Stollen fertig. Beim Luftangriff am 21. Februar 1944 soll er mit Schutzsuchenden belegt gewesen sein. Bei der Begehung konnten keine Anhaltspunkte für einen Wasseranschluss oder eine Elektrifizierung gefunden werden. Die Elektroinstallation kann aber auch nach dem Krieg entfernt worden sein. Eine Öffnung für eine Lüftungsanlage war noch erhalten. Es ist davon auszugehen, dass Trockentoiletten vorhanden waren.

Advertisements