Zuffenhausen Dachsrain / Wannenbuckel

Auf Zuffenhausener Gemarkung gab es keine Schwere Flak, aber drei Stellungen der Leichten Flak.

Auf dem Areal der Hirth-Motorenwerke war ab 1944 ein Zug der 24/VII stationiert. Der andere Zug war auf dem Wannenbuckel /Dachsrain postiert. Am Bahndamm bei den beiden Bahndurchlässen Borkumstraße und Schwieberdinger Straße lagen die leichten Flak der III./2/54 in Stellung.

Einer Aufstellung des Flakregiments 75 waren Ende 1942 drei 2 cm- Vierlingsflak an der Friedrichswahl in Stellung. Auf der anderen Seite der Bahnlinie, auf Feuerbacher Gemarkung war eine leichte Flak auf dem Dach eines der Werksgebäude der Fa. Werner & Pfleiderer aufgestellt worden.

An dieser Stelle laufen die Verkehrsverbindungen von Korntal / Neuwirtshaus und Kornwestheim / Zuffenhausen zusammen, deren Bahnstrecken sich schon nördlich am Bahnhof Zuffenhausen bündeln. Zugleich entsteht durch die Höhen des Stadtparks Zuffenhausen im Westen und dem Wannenbuckel / Krailenshalde ein Geländeeinschnitt, der durch diese Geschütze gegen Tiefflieger gesperrt werden sollte. Diese sollten bei einem Angriff auf die Industriebetriebe in Zuffenhausen keine Möglichkeit haben, die Schweren Flakbatterien am Burgholzhof und Mühlbachhof zu unterfliegen.

Aus diesem Grund war auch eine Seilsperre über die Heilbronner Straße gespannt worden, die vom Freibad Feuerbach bis zum Burgholzhof /Kalter Berg führte. An der Heilbronner Straße war ein Stützpfeiler dafür auf dem Areal  Holzhandlung Wider KG errichtet worden (wo sich heute die Aral-Tankstelle befindet).

Die 2 cm-Vierlingsflak wurden durch einfache 2 cm-Geschütze ersetzt, die beim Wasserhäuschen auf dem Wannenbuckel auf Stahlrohrtürmen montiert waren. Die Türme waren ca. 10 m hoch, die Geschützplattform hatte eine Fläche von ca. 3,5 x 3,5 m und war mit einer hölzernen Balustrade umgeben.

Auf dem Wasserhäuschen war ein dreistöckiger hölzerner Beobachtungsturm aufgesetzt worden. Sowohl auf die Geschütztürme, wie auch zum Beobachter gelangte man nur durch Leitern.  Die Geschütztürme waren in die Gartengrundstücke gebaut worden, wie auch die Mannschaftsbaracken, die zwischen den Türmen und der großen Eiche gegenüber dem Wasserhäuschen lag.

Die Stellung war mit etwa 30 Mann belegt, davon die meisten Luftwaffenhelfer. Sie gingen anfangs noch zum Unterricht in die Horst-Wessel-Schule, später kam der Lehrer in die Stellung und unterrichtete dort.

Bauliche Luftschutzmaßnahmen gab es in dieser Stellung nicht, d.h. es wurden keine Splittergräben oder Unterstände angelegt, da die Mannschaft bei einem Luftangriff komplett im Einsatz war.

Am 21. Februar 1944 erlebte die Stellung ihren schwersten Angriff.  598 britische Bomber waren zum Angriff auf die Stuttgarter Industrieareale zwischen Neuwirtshaus/Zuffenhausen und Cannstatt/Pragstraße geschickt worden. 552 hatten die Stadt um 3:57 h in der Früh erreicht. Die ersten Maschinen näherten sich der Stadt von Norden.

Da eine der Zielmarkierungen nicht über dem Industriegebiet Ost-Feuerbach, sondern direkt über der Stellung gesetzt wird fallen auch einige Sprengbomben direkt in den Weinberg. Die Bomber fliegen zu hoch, als dass die leichte Flak mit ihrer vertikalen Reichweite von 2.200 m etwas gegen sie ausrichten kann.

Zwar blieben sowohl der Beobachter auf dem Wasserhäuschen stehen, als auch die drei Stahlrohrtürme. Doch die Baracken der Stellung waren vom Luftdruck der in der Stellung einschlagenden Bomben umgerissen und den Hang hinunter gestürzt worden. Die beiden Luftwaffenhelfer der Brandwache waren durch unzählige Holzsplitter tödlich getroffen worden.

Am 16. März 1944 wurden die Luftwaffenhelfer aus dem Wannenbuckel abgezogen und nach Hagenau verlegt. In der Nacht zuvor war Stuttgart von 863 britischen Bombern angegriffen worden. Es traf neben der Innenstadt vor allem die Fildervororte Vaihingen und Möhringen.

Ob die Stellung danach noch neu besetzt wurde, und wie lange ist noch Gegenstand von Forschungen. Der für Zuffenhausen schwerste Luftangriff fand am  10.September 1944 statt. Es scheint zu diesem Angriff aber keinen Zeitzeugenbericht zu geben.