Der Bunker unter dem Diakonissenplatz

BroschüreDiak

Der Bunker unter dem Diakonissenplatz – Seine Geschichte und eine Vision für seine kulturelle Nutzung. Kultdiak Stuttgart e.V., 2019. 24 Seiten DIN A4.

Bis Mitte des 19 Jahrhunderts war das Gewann Rosenbergle Ackerfläche und Obstwiese. Ab 1858 wurden hier die ersten Häuser gebaut. Den Anfang hatte der Fabrikant Gustav Siegle gemacht. Obwohl die damalige Stadtrandlage in die grünen Hänge überging war das Areal des heutigen Diakonissenplatzes über Jahre wenig idyllisch. Als Lagerplatz für Bauunternehmen und als Lehmgrube für eine Ziegelei wurde die Fläche genutzt – keine Seltenheit im Zeitalter der Industrialisierung.

Erst 1900 wurde die Fläche in eine öffentliche Anlage umgewandelt, die nun idyllische Postkartenansichten eines großbürgerlichen Stuttgart lieferte.

1941 wurde die Anlage aufgebaggert und in die Grube ein u-förmiger, dreigliedriger Tiefbunker mit 3.158 qm Fläche eingebaut, der von Anfang an eine Luftschutzrettungsstelle beherbergte. Die beiden anderen Trakte sollten der Zivilbevölkerung 1.240 Schutzplätze bieten. Während des Krieges wurde jedoch der Trakt an der Forststraße den SHD als Lagezentrum zugeschlagen, so dass rund ein Drittel der ursprünglich für die Bevölkerung errichteten Fläche dieser nicht mehr zur Verfügung stand.

So nimmt es kein Wunder dass die Zeitzeugenberichte drangvolle Enge schildern und mitunter berichten, dass die Bunkertüren vor lauter Schutzsuchenden kaum geschlossen werden konnten.

Der Verein Kultdiak Stuttgart e.V. hat die Geschichte des Bunkers neu aufgearbeitet und der Nutzung seit 1945 viel Platz eingeräumt. Auch der 1953 auf dem Diakonissenplatz als einzigartige Einrichtung eröffnete Übungsplatz der Jugendverkehrsschule wird entsprechend gewürdigt. So bietet diese Broschüre einen ganzheitlichen Blick auf den Platz und seinen unterirdischen Bunker über die nunmehr fast 8 Jahrzehnte seit dem Bau des Bunkers.

Es ist eine Geschichte vom Krieg, von Not und Wiederaufbau, von neuen Kriegsängsten und auch von den Verästelungen der Subkultur der 1970er Jahre und letztlich einem großen Schnitt, der nach dem Fall der Mauer die Städte mit den ehemaligen Luftschutzbunkern plötzlich alleine ließ, mit allen Konsequenzen für die Kommunen und die Bauwerke. Und es ist die Geschichte einer Vision, die diesen Bunker aus dem gammeligen Dornröschenschlaf reißen und ihn für eine dauerhafte kulturelle Nutzung der Bevölkerung wieder zur Verfügung stellen möchte.

Die Broschüre ist beim Verein Kultdiak Stuttgart e.V. erhältlich.

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