Einmannbunker

Michael Foedrowitz: Einmannbunker

Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02748-0, 198 Seiten

Michael Foedrowitz ist freier Historiker und Publizist. Seine Werke sind inzwischen längst als Quellen für weitere Forschung und die Einordnung von Überresten des 2. Weltkriegs etabliert. Mit diesem Buch nimmt er sich des Themas Einmannbunker an. Diese Kleinbauwerke, offiziell zumeist Splitterschutzzelle genannt, sind noch an zahlreichen Orten vorhanden bzw. werden in jüngster Zeit zunehmend als Blickfang für Museen und Ausstellungen wieder absichtlich in das Blickfeld der Öffentlichkeit gestellt.

Die Frage, wie Foedrowitz fast 200 Seiten mit Bauwerken füllen kann, die dazu geschaffen wurden, zumeist genau eine Person aufzunehmen ist schon beim ersten Durchblättern beantwortet. Mit zahlreichen Abbildungen aus Deutschland, aber auch aus anderen Ländern dokumentiert Foedrowitz die Variantenvielfalt dieser Minibunker, die in vielen Fällen „von der Stange“ geliefert und aufgestellt wurden.

Ein ganze Reihe von Unternehmen hatte Splitterschutzzellen in unterschiedlichsten Ausführungen und Formen im Programm. Viele waren aus Beton, andere komplett aus Metall. Foedrowitz hat sie an historischen Orten vorgefunden, vor Museen oder auf Geländen wo sie in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein scheinen. Selbst auf einem Übungsgelände der Polizei fand er sie. Sie tun dort sei Jahren Dienst bei der Ausbildung.

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über das Thema und schärft den Blick für diese obskuren Zeugnisse des Krieges, sei es bei Zugfahrten oder auf Tour in anderen Orten und Regionen. Neben den klassischen Splitterschutzzellen für eine Person zeigt Foedrowitz mit beeindruckenden Beispielen die Dimensionen des Themas „Splitterschutz“ als Ganzes. Waren die üblicherweise frei stehenden Einmannbunker in den meisten Fällen für Beobachter und andere Personen gedacht, die auch unmittelbar nach einem Bombenabwurf am Ort sein mussten, wurden in Fabrikhallen mit teilweise erheblichem Aufwand Splitterschutzeinrichtungen angebracht, oft als Ziegelmauerwerk. Sie wurden um wichtige und teure Maschinen errichtet, als Schutzraum für die Bediener dieser Maschinen, um die Arbeitsunterbrechung zu minimieren, oder einfach um im Falle einer Beschädigung möglichst schnell eingreifen zu können.

Freilich ist bei den innerbetrieblichen Splitterschutzzellen die Grenze vom Einmannbunker zum Mehrpersonenbunker recht fließend. Eine Problematik, die sich im Gelände ebenfalls ergibt. Manche Splitterschutzzellen waren für zwei Beobachter konzipiert. Manche für bis zu acht Personen. Foedrowitz hat solche Bauwerke in seine Darstellung mit aufgenommen, obwohl sie streng genommen nicht zu den Einmannbunkern gehören. Das ist dem Thema angemessen und rundet das Buch ab.