DWM, Schweihof / Eisenlohrstraße

1872 wurde in Karlsruhe die „Patronenhülsenfabrik Henri Ehrmann & Cie. gegründet, die 1878 in „Deutsche Metallpatronenfabrik Lorenz“ umfirmierte. Nach dem Verkauf an die Firma „Ludwig Loewe & Co.“ (Berlin) 1889 erfolgte die Vereinigung mit der Pulverfabrik Rottweil-Hamburg sowie den Vereinigten Rheinisch-Westfälischen Pulverfabriken, zur „Deutschen Metallpatronenfabrik (Metallpatronen AG)“.

1896 wurden die Ludwig Loewe & Co. (Berlin), Mauser (Oberndorf) und die Metallpatronen AG (Karlsruhe) zur Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG (DWM) zusammengeführt. Das Konglomerat hatte seinen Sitz weiterhin in Berlin. 1922 firmierte das Unternehmen in Berlin-Karlsruher Industrie-Werke AG (BERKA) um. Unter anderem wurden nun Schreibmaschinen produziert.

Spätestens ab 1927 waren die BERKA in Karlsruhe in die Entwicklung eines Sturmgewehrs für die Reichswehr involviert. 1928 übernahm Günther Quandt die Kontrolle über das Unternehmen, das ab 1933 die Produktion wieder auf Rüstungsgüter umstellte.

Nach dem Bruch des Versailler Vertrags durch das Deutsche Reich 1936 firmierten die BERKA in Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG (DWM) um.

Mit einer vierstelligen Zahl an Beschäftigten hatte das Unternehmen eine erhebliche Bedeutung innerhalb der Deutschen Rüstungsindustrie. Am 30.06.1943 waren bei der DWM 6.391 Menschen beschäftigt, davon waren 2.731 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, 4.185 Beschäftigte waren weiblich. Ein Drittel der bei den 14 Rüstungsbetrieben Karlsruhes beschäftigten arbeitete zu diesem Zeitpunkt bei der DWM. Es ist daher nicht verwunderlich, dass 1940 eine der ersten Stellungen der Schweren Flak in Karlsruhe in relativer Nähe in Daxlanden errichtet wurde.

Im 1.Halbjahr 1940 wurden in Karlsruhe drei große Nacht-Scheinanlagen eingerichtet. Die südlichste mit dem Decknamen „Panama“ lag zwischen Ettlingen, Rheinstetten und Oberreut. Die Anlage wurde von der Luftwaffe als Industrie-Attrappe konzipiert. Und auch wenn sie nicht direkt Angriffe auf das weitläufige DWM-Areal ablenken sollte, so liegt zumindest nahe, dass dies eine ihrer Funktionen war.

Unter dem Eindruck des schweren Luftangriffs vom 03. September 1942 wurde unmittelbar danach zum Schutz der DWM an der Eisenlohrstraße im Schweihof zwischen dem Werksgelände und dem Weinbrennerplatz eine Schwere Flakbatterie eingerichtet.

Mit welcher Einheit sie belegt wurde, ist nicht klar. Ab Februar 1943 dienten hier auch Flakhelfer aus Karlsruhe und Bad Mergentheim. Im September 1943 war hier die 8/s. 458 stationiert, die am 18. September allerdings nach Grötzingen verlegte. Wie lange die Stellung belegt war, ist ebenfalls noch Gegenstand von Recherche. Sehr wahrscheinlich bestand die Batterie mindestens bis Mitte 1944. Noch im April 1944 war ihr ein Zug Leichter RAD-Flak zugeordnet.

1949 wurde die Firma in Industrie-Werke Karlsruhe AG (IWK) umbenannt. 1970 wurde der Name durch das A für Augsburg zu IWKA erweitert. 2007 wurde der Name in KUKA geändert.

Heute beherbergt das ehemalige DWM-Areal u.a. das Zentrum für Kunst und Medien.