Bunker in Stuttgart – Vortrag im WKV

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Termin: Mittwoch, 31. Mai 2017, 19 Uhr
Ort: Glastrakt WKV

Vom 27. Mai bis 06. August 2017 zeigt der Württembergische Kunstverein die Ausstellung „Titos Bunker“. Ausgangspunkt dieser Ausstellung, ist Titos ehemaliger Bunker in Konjic (Bosnien-Herzegowina), der gleichermaßen als konkreter Ort und offene Metapher verhandelt wird.

Der von 1953 bis 1979 in der Nähe Sarajevos erbaute Atomschutzbunker dient heute als Standort einer Biennale für zeitgenössische Kunst: der Project Biennial D-0 ARK. Ihr Ziel ist es, dort auf Basis der Werke der Biennalen ein Museum zu etablieren.

Den vollständigen Text zur Ausstellung finden sie hier.

Im Rahmenprogramm der Ausstellung gibt es  am 31. Mai den Vortrag „Luftschutzanlagen, Bunker und andere Untertageanlagen in Stuttgart“ statt.

Norbert Prothmann von der Forschungsgruppe Untertage e.V. wird darin einen Überblick über Bunkeranlagen in Stuttgart und deren Geschichte geben. Im Vorfeld des Vortages wird Iris Dressler (Direktorin Württembergischer Kunstverein) über die Project Biennial D-0 ARK in Titos Bunker in Konjic und die damit verbundene Ausstellung im WKV berichten.

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Schwerter zu Pflugscharen

Das Schnapsmuseum im Steinhaus in Bönnigheim zeigt ab 07. Mai eine bemerkenswerte Ausstellung mit Gegenständen, die aus ehemaligen Militärgegenständen hergestellt wurden.

Die Situation für die Bevölkerung nach Kriegsende ist für viele Menschen trotz einer umfangreichen Thematisierung in Literatur, Film und Medien oft nur bruchstückhaft vorstellbar. Filme thematisieren häufig familiäre Dramen, Wohnungsnot, Armut, Hunger und Vertreibung.

Der Mangel an alltäglichen Gebrauchsgegenständen tritt demgegenüber als banales Detail häufig in den Hintergrund. Dabei ist die Geschichte der Konversionsgüter auch ein Stück frühe Industriegeschichte der Bundesrepublik. Die bis heute international anerkannte Hannover-Messe war eine Maßnahme der britischen Besatzungszonenverwaltung, um die sich nur langsam wieder entwickelnde Wirtschaft ihrer Zone zu unterstützen. Mit einer Leistungsschau sollten die Betriebe der britischen Besatzungszone die Möglichkeit haben ihre Produkte in einem für damalige Verhältnisse großen und professionellen Rahmen zu präsentieren und Aufträge zu generieren. Eine Erfolgsstory, die bis heute für den Wiederaufbau in der Bundesrepublik steht.

Ein Vielzahl kleiner und mittelständischer Betriebe aus der Holz und Metallverarbeitung, die bis 1945 in die Kriegsproduktion eingebunden waren mussten praktisch von heute auf morgen auf zivile Produkte umstellen. Neben zerstörten Fertigungsstätten unbrauchbaren oder der Demontage anheim gefallenen Maschinen war der Mangel an Rohstoffen ein eklatantes Problem dieser Betriebe.

Andererseits war die Armut vieler vor allem ausgebombter städtischer Familien eklatant. So nahm das bereits vom NS-Regime in großem Stil eingeführte Wertstoff-Recycling eine elementare Rolle ein. Viele Kinder verbrachten ihre Freizeit mit dem Sammeln von Hülsen, Kartuschen, Splittern, Metall und Holz aller Art und verkauften ihre Funde an die Wertstoffhändler.

Je vollständiger ein Gegenstand war desto wertvoller war er für die Fertigungsindustrie. So wurden aus Stahlhelmen Nudelsiebe, Nachttöpfe oder Jaucheschöpfer. Aus Geschoßhülsen wurden Kannen, Becher, Tassen, Pfännchen oder Aschenbecher. Die Holzstiele von Stilhandgranaten wurden zu Kartoffel- und Rübenstampfern, die Blechkörper von Eierhandgranaten wurden Kinderrasseln, Kreisel oder sogar Verpackung für Scheuermittel.

Die Verwendung von Stoffen, Kleidungsgegenständen sowie Kisten und Kästen jeder Art kannte praktisch keine Grenzen und war allgegenwärtig.

Die Ausstellung ist vom 07.05. – 04.06. jeden Sonntag von 14 – 17 Uhr im Museum im Steinhaus Bönnigheim zu sehen. Adresse: Meiereihof 5+7, 74357 Bönnigheim.

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Scheinanlagen der Luftwaffe

Während des 2. Weltkriegs errichtete die deutsche Luftwaffe im Reichsgebiet und den besetzten Ländern mehrere hundert Scheinanlagen, die Luftangriffe auf sich ziehen und somit ins Leere laufen lassen sollten. Die Geschichte dieser Anlagen ist bis heute kaum erforscht.

Viele Scheinanlagen hatten nur wenige feste Gebäude, die zumeist nach dem Krieg wieder entfernt wurden. Spuren im Gelände sind häufig nicht mehr vorhanden. Auch die Unterlagen zu den Scheinanlagen sind häufig vernichtet worden. Die Zahl umfangreicherer deutschsprachiger Dokumentationen zum Thema ist einstellig, zu einigen Anlagen sind bislang bestenfalls  lokale Berichte mit geringer Reichweite erscheinen.

Neben Scheinflugplätzen, die für sehr viele Militärflugplätze angelegt wurden um Angriffe dorthin abzulenken, oder die Angreifer auch gezielt in den Wirkungsbereich von Flakbatterien locken sollten, gab es vor allem zahlreiche Nachtscheinanlagen, die im Dunkeln mit Lichtern und vorbereiteten Brandstellen zivile Ziele wie Städte, Bahnhöfe oder Fabriken vortäuschen sollten. Diese Anlagen waren in der Regel im freien Feld errichtet, so dass die Bombenwürfe in unbebautes Gelände gelenkt werden sollten.

Bedingt durch die Ungenauigkeit der Bombenwürfe waren die Anrainergemeinden solcher Anlagen aber immer wieder auch Opfer von durch die Scheinanlagen provozierten Bombenwürfen und hatten unverhältnismäßig hohe Schäden und Opferzahlen zu beklagen.

Eine der bekanntesten deutschen Scheinanlagen des 2. Weltkriegs war der Scheinbahnhof bei Lauffen am Neckar, der 1940 zum Schutz der Stadt Stuttgart errichtet wurde. Nachdem die Navigationstechnik ab 1943 immer genauer wurde, wurde die Anlage wirkungslos und abgebaut. Zwischen Ditzingen, Hausen und Stuttgart-Weilimdorf wurde 1943 eine Nachfolgeanlage errichtet.

Zu Beginn des Krieges waren auch die Rüstungsbetriebe im Schwarzwald als durch Luftangriffe besonders gefährdet eingestuft. Zum Schutz der Mauserwerke in Oberndorf, der Uhrenfabrik Junghans in Schramberg und der Pulverfabrik in Rottweil wurden insgesamt vier Scheinanlagen errichtet. Die Mauserwerke wurden zusätzlich mit Seilsperren gegen Tiefflieger und durch eine Vernebelungsanlage geschützt. Es stellte sich im Laufe des Krieges heraus, dass diese Orte bei der britischen Luftwaffe keine hohe Priorität hatte. Vor allem nachdem Arthur Harris das Bomber Command übernahm griff die RAF zunächst vor allem große Städte an.

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Splitterschutzzellen

Splitterschutzzellen sind ein Spezialgebiet des Luftschutzes und noch immer nicht umfassend erforscht. Viele wurden unmittelbar nach dem Krieg entfernt, viele weitere Zellen fielen im Laufe der Zeit Bauvorhaben zum Opfer. Dennoch ist noch eine stattliche Anzahl dieser Kleinbunker erhalten. Wir haben mit Schwerpunkt Großraum Stuttgart einige Exemplare auf unserer Webseite vorgestellt.

„Monumente“ heißt das Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In der Print-Ausgabe 2/2017 (April) berichtet das Magazin auf drei Seiten über Splitterschutzzellen. Das Literaturverzeichnis des Artikels enthält auch unsere Webseite.

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Nachlese und Vorschau auf den 02.04.

Rund 1.800 Besucher konnten wir im Rahmen der Langen Nacht der Museen im Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße begrüßen. Es war wieder ein spannender und kurzweiliger Abend, der uns viel Spaß gemacht hat.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für ihr Interesse und auch für die vielen interessanten Gespräche.

Wenn Sie mehr über unsere Arbeit erfahren wollen und/oder sich für weitere Luftschutzanlagen und deren Geschichte interessieren können Sie uns am kommenden Sonntag, den 02.04.2017 in Bietigheim-Bissingen besuchen, wo wir den ehemaligen Luftschutzstollen in der Gaishalde zeigen. Er ist von 11 – 17 Uhr geöffnet. Der Eingang liegt bei der Bushaltestelle Auwiesenbrücke. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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Lange Nacht der Museen

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Am Samstag, den 25.03. sind wir bei der Langen Nacht der Museen dabei. Wir zeigen den Luftschutzstollen unter der Heilbronner Straße beim Hauptbahnhof.

Von 19:00 h – 02:00 h sind wir vor Ort und vermitteln Einblicke in die Stollenanlage und die damit verbundene Geschichte während des Krieges. Nahezu alle Stuttgarter Bunker wurden erst ab Anfang 1941 gebaut. Bis dahin standen den Einwohnern bei Fliegeralarm nur die Keller ihrer Häuser zur Verfügung.

Am Hauptbahnhof, sowie den Bahnhöfen Untertürkheim und Feuerbach waren bereits 1939 Bunker errichtet worden, die vor allem für Bahnpendler vorgesehen waren. Am HBF war dies der Stollen unter der Heilbronner Straße. Er wurde im September 1939 fertig und bis zum Kriegsende durchgehend genutzt.

Unsere Karte zeigt, wie Sie zu uns kommen. Bitte folgen Sie den Beschilderungen vor Ort.

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12 Jahre Forschung


Die Forschungsgruppe Untertage wurde 2005 von Geschichtsinteressierten aus dem Raum Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn gegründet. Der Verein war von Anfang an regional ausgerichtet. Er entstand aus der Erkenntnis, dass die Vielzahl der historischen Relikte aus dem 2. Weltkrieg, aber auch aus dem Kalten Krieg nur verstanden werden können, wenn sie in einem thematischen Gesamtzusammenhang betrachtet werden und als Teil von Maßnahmen, die häufig über die jeweils örtliche Geschichte hinaus reichten.

In den Städten und Gemeinden an Neckar und Enz liegen die Zeugnisse von militärischen Verteidigungskonzepten der Weimarer Zeit oft unmittelbar neben Relikten der Kämpfe zum Kriegsende 1945 und in unmittelbarer Nähe zu Orten, in die 1944 und 45 die Produktion aus den Industriezentren Stuttgart und Mannheim verlagert wurde. Vor allem im letzten Kriegsjahr nahm die Dichte an KZ-Betrieben und –Außenkommandos in Württemberg dramatisch zu.

So ergab sich das Forschungsfeld des Vereins geradezu automatisch im Geflecht von militärischen Anlagen, Zivilschutz, Werksluftschutz, Betriebsverlagerungen und KZ-Kommandos.

Diese Themenvielfalt bestimmt das Angebot unseres Internetauftritts. Diese Vielfalt und auch die unterschiedlichen Zusammenhänge sind an ausgewählten Beispielen dargestellt. Sie spiegeln sich ebenfalls in unseren Veranstaltungen wieder, die von regelmäßigen Öffnungstagen in den von uns betreuten Anlagen über historische Spaziergänge bis zu Ausstellungen im Galerie-Umfeld reichen.

Unsere Nächsten Termine:
Lange Nacht der Museen (Luftschutzstollen Heilbronner Straße): 25.03.2017
Öffnungstag Luftschutzstollen Gaishalde in Bietigheim-Bissingen: 02.04.2017

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