Stundenplan

In Heldengeschichten sollte den Schülern das Bild von tapfer und ritterlich kämpfenden deutschen Soldaten vermittelt werden. So begnügte man sich bei der Gestaltung dieses Stundenplans nicht nur mit einer verharmlosenden Darstellung eines Luftkampfs, sondern druckte auf der Rückseite auch noch die Geschichte über den angeblichen Verlauf der Begegnung über der Deutschen Bucht ab. Die Schilderung entspricht jenen Erzählungen über das tadellose Verhalten deutscher Piloten im Ersten Weltkrieg, die ihrerseits häufig idealisiert und geschönt waren.

Am 18.12.1939 war die RAF mit 24 Bombern in Richtung Wilhelmshaven gestartet. Über der Deutschen Bucht war der Verband von deutschen Jägern gestellt worden, die 11 der Bomber abschossen. Bereits am 14. Dezember waren 5 Bomber durch die Jagdwaffe verloren gegangen, in beiden Fällen bevor die Bomber das deutsche Festland erreichten. Der deutsche Wehrmachtsbericht datierte den Angriff vom 18.12. auf den 19.12. und übertrieb die Zahlen erheblich. Demnach seien von 56 angreifenden Bombern 34 abgeschossen worden. Diese Zahlen finden in britischen Quellen keine Bestätigung.

Dennoch war die Quote von fast 50% Verlust zusammen mit den vorangegangenen Verlusten durch deutsche Jäger so hoch, dass das britische Bomber Command die Tagangriffe auf Deutschland einstellte. Von nun an erfolgten die Angriffe nur noch bei Nacht. Man hatte dadurch zwar geringere Chancen, die ausgegebenen Ziele zu finden und zu treffen, aber deutlich geringere eigene Verluste.

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