Nachkriegszeit

Die Zeit nach dem 2.Weltkrieg war in Deutschland geprägt vom heute noch kaum vorstellbaren Maß an Zerstörung in den Städten, Wohnungsmangel, einem weitreichenden Chaos in den meisten Verwaltungsbereichen, sowie dem Zusammentreffen von Displaced Persons, der einheimischen Bevölkerung, Kriegsheimkehrern und Flüchtlingen.

In den großen Städten wie Stuttgart waren die meisten Hotels bei Luftangriffen zerstört worden. Die noch intakten Hotels, wie das Graf Zeppelin am Hauptbahnhof, waren von den Alliierten zur Unterbringung ihres Personals requiriert worden. So entstanden Bunker-Hotels in den nun nicht mehr benötigten Luftschutz-Bunkern.

In den Monaten und Jahren unmittelbar ab Kriegsende galt zunächst die Reichsmark weiter, aber die meisten Güter des täglichen Lebens gab es nur auf Bezugsscheine und Lebensmittelkarten. Tauschhandel, Zigarettenwährung, private Prostitution zur Erlangung von Waren, illegales Hamstern, Kohlenklau und andere Formen der Schattenwirtschaft bestimmten bis 1948 den Alltag vieler Deutscher.

Allgemein wird mit der Währungsreform am 21. Juni 1948 das schlagartige Ende dieser unregulierbaren und unkontrollierbaren Situation verbunden. Tatsächlich hatten viele Händler in Erwartung der Währungsreform verbotenerweise Waren gehamstert. Viele Geschäfte blieben am Samstag, den 19. Juni wegen „Krankheit“ „Umbau“ oder anderen vorgeschobenen Begründungen geschlossen und füllten am Sonntag ihre Schaufenster mit Waren. Nicht selten erklärte ein Schild, dass es sich nicht um gehamsterte Waren handelte. Schließlich wollten die Kaufleute weder mit den Kontrollbehörden in Konflikt geraten, noch bei der Bevölkerung als Kriegsgewinnler dastehen. Dieser Effekt stellte sich in der Wahrnehmung der Bevölkerung dennoch ein.

Mit der Sofortausstattung aller Bürger mit einem Bargeldbetrag („Kopfgeld“) am Sonntag, den 20. Juni 1948, erfolgte die Einführung der D-Mark in den drei westlichen Besatzungszonen, die ab dem darauffolgenden Montag zum alleinigen Zahlungsmittel in den drei Zonen wurde.

Diese Stichtagsumstellung ermöglichte zwar den sofortigen Übergang zur neuen Währung. Es ist aber heute kaum noch bekannt, dass sie nicht das Ende der Bezugsscheine und Lebensmittelkarten bedeutete. Denn noch immer waren viele Dinge rationiert und weiterhin nur über Zuteilungen erhältlich. In einzelnen Fällen wurde die Rationierung erst 1950 bzw. 1952 aufgehoben.