Trümmer im Sandbruch Nittel

Während wohl fast alle Stuttgarter den Birkenkopf kennen und seine Geschichte in der Stadt bis heute weitgehend präsent ist, wissen wohl die wenigsten Menschen in Stuttgart, dass die Trümmer der zerbombten Stadt nicht nur auf dem Birkenkopf aufgeschüttet wurden.

Im Oktober 1931 wurde in der Nittelhalde in Botnang mit dem Abbau von Sand begonnen. Das Forstamt Stuttgart hatte fünf Lose für die Bausandgrube versteigert, auf die ausschließlich Bürger aus Botnang geboten hatten. Die Abbautiefe sollte zwischen einem und vier Metern betragen.

Die Sandgrube wurde bis 1952 kontinuierlich betrieben und die Abbautiefe auf bis zu 10 Metern erhöht. Die wechselnden Pächter stammten aus Botnang oder dem Stuttgarter Westen.

Um eine spätere forstwirtschaftliche Nutzung des Geländes wieder zu ermöglichen, wurde bereits 1949 ein erster Vertrag mit dem Tiefbauamt der Stadt Stuttgart geschlossen, wonach die Sandgrube mit Trümmerschutt aus der Stadt aufgefüllt werden sollte.

Allerdings begann die Auffüllung erst im November 1952, als auf dem Birkenkopf keine Lagerkapazität mehr vorhanden war. In der Zeit bis Mai 1953 wurden ca. 100.000 Kubikmeter Trümmerschutt in den Sandbruch verbracht (31.635 LKW-Ladungen) und mit 60 cm Erde bedeckt.

Noch 1953 wurde das Areal mit Pappeln aufgeforstet. Diese Bäume fielen mehrheitlich den Stürmen „Wiebke“ 1990 und „Lothar“ 1999 zum Opfer. Für die erneute Aufforstung wurden Linden, Bergahorn und Ulmen gepflanzt.

Eine Info-Tafel am ehemaligen Sandbruch oberhalb des Karl-Wacker-Heims im Nittelwald erläutert die Geschichte dieses Ortes. Sie ist der einzige Hinweis auf den versteckten Ableger des Trümmerbergs.