Stollenbau

Bis zu 600 Stollen wurden in Stuttgart während des Krieges in die Hänge getrieben. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da etliche Privatstollen nie offiziell erfasst und dokumentiert wurden. Noch immer werden solche ehemaligen Schutzbauwerke heute bei Bauarbeiten plötzlich vorgefunden.

Während die grossen Stollenanlagen von Baufirmen errichtet wurden, teisl im Auftrag der Stadt / des Reichs, teils für Firmen, sind viele der kleineren Stollen von „Stollengemeinschaften“ geschaffen worden: Den Anwohnern, für die die Anlage vorgesehen war. Da die wehrfähigen Männer im Fronteinsatz waren, gruben Frauen, jugendliche und Männer im mittleren bis fotgeschrittenen Alter nach Schichtplan, um sich ihren Schutzplatz zu „verdienen“. Wer nicht mithalf, hatte später keinen Anspruch auf Einlass. Unabkömmliche Männer aus den Rüstungsbetrieben verstärkten die Bautrupps nach Feierabend.

Die mitunter ausgelassene und fröhliche Atmosphäre der Bilder ist nicht inszeniert. Sie ist Ausdruck echt empfundener Freude und Euphorie, dass man als Gemeinschaft etwas voranbringt, inmitten einer von zunehmendem Mangel, Stress, Schlafentzug, Angst und Ungewissheit beherrschten Situation.

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