Stuttgart-Uhlbach

Uhlbach ist eine alte Winzergemeinde in der der Weinbau seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle spielt. Wie in vielen anderen Weinbaugebieten hat sich die Architektur und Ortsentwicklung im Laufe der Zeit ganz spezifisch an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Während auf der einen Seite der Neckar am Ort vorbeifließt sind am anderen Ortsrand die Häuser bereits in den Hang gebaut. Die Sträßchen sind schmal, verwinkelt und teilweise ziemlich steil.

Am Übergang einer solchen Geländesituation – noch fast eben, aber bereits an der Steigung – steht ein architektonisches Zeitzeugnis, das Spuren aus verschiedenen Epochen aufweist.

Das Anwesen aus dem 18. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz. Über einen Treppenabgang außerhalb des Hauptgebäudes gelangt man in einen gemauerten Gewölbekeller mit einer Raumhöhe von ca. 3,50 m. Der fast hallenartige Raum unterkellert das gesamte Ensemble aus Wohn- und Gesindehaus. Hier lagerte einst in großen Holzfässern Uhlbacher Wein. Nur zwei sichtbar den Verfall geweihte Fässer erinnern noch an jene Zeit, als viele der Weinbauern ihren Wein direkt im eigenen Keller lagerten.

Neben dem Treppenabgang steht noch ein altes Förderband, das zur Straße hinaus führt, das aber seit längerem nicht mehr intakt ist.

Zum benachbarten Gebäude hin führte einst ein Gewölbedurchgang in dessen Keller. In den späten dreißiger Jahren wurden hier jedoch bauliche Änderungen vorgenommen. Der Durchgang ist mit einer Luftschutztür versehen, hinter der sich eine Druckschleuse anschließt.

Auch dieser Gewölbekeller diente der Lagerung von Wein. Und auch seine Höhe liegt bei ca. 3,50 m. Der Keller wurde aber baulich in drei Teile gegliedert, die durch 35 cm starke massive Ziegelmauern voneinander getrennt wurden, jede mit einer separaten Luftschutztür versehen. Jeder der drei so geschaffenen Kellerräume erhielt einen separaten Notausstieg. Zwei davon wurde als Ziegelkamine ausgeführt, die zur Straße hin aus dem Gebäude führten. Sie fanden ihren Endpunkt in den vorhandenen Kellerfenstern, die man mit Luftschutzklappen versehen hatte.

Alle drei Notausstiege führten über Steigeisen ins Freie. Der hinterste Raum hatte allerdings keinen separaten Kamin erhalten. An seiner gartenseitigen Wand führen die Steigeisen zu einem rückwärtig liegenden Kellerfenster, das ebenfalls mit einer Luftschutzklappe gesichert werden konnte.

Im Gegensatz zum ursprünglich belassenen Gewölberaum, der noch über einen Lehmboden verfügt, ist der Luftschutzkeller mit einem Ziegelboden ausgestattet. Dieser gehörte freilich nicht zu den Umbaumaßnahmen für den Zivilschutz. Vielmehr wurde dieser Teil des Gewölbes in den 20er Jahren bereits aufwändig umgebaut. Um die Feuchtigkeit aus dem Raum zu bekommen wurde ein 42 m langer Kanal zum nahegelegenen Bach geschaffen, der den Boden entwässern sollte. Anschließend wurde eine Kiesschicht als Drainage eingezogen und darauf wurde der Ziegelboden verlegt.

Obwohl sich mit Sicherheit weder zu dieser Zeit noch später im Rahmen der Zivilschutzmaßnahmen irgendjemand darüber Gedanken gemacht hatte, ergänzen sich die Ergebnisse der beiden Umbauten zu einem optisch sehr geschlossenen Bild.