Im Luftschutzkeller 1940

Im ersten Kriegsjahr entstanden viele Fotos, die in Luftschutzkellern und -räumen aufgenommen wurden. Sie zeigen die Menschen in der Regel mit freundlichen, teils sogar lachenden Gesichtern. Für viele Familien und Luftschutzgemeinschaften waren solche Fotos willkommene Erinnerungsbilder, die man machte, weil im Luftschutzraum auch einmal „alle beisammen“ waren. Bedingt durch Arbeit, Verpflichtungen in diversen Organisationen und auch der Familie hatten die Menschen wenig Freizeit. Die Zeit im Luftschutzkeller wurde dann zu Teil auch für Gruppenfotos genutzt, die sonst nur selten möglich gewesen wären.

Ein anderer Grund für die Fotos war natürlich auch das Bedürfnis den zum Militärdienst einberufenen Familienangehörigen ein Foto mit möglichst vielen Familienmitgliedern zukommen lassen zu können, die auf diese Weise auch ausdrückten, dass es ihnen gut gehe, sie einen sicheren Kellerraum haben und man sich um sie nicht sorgen müsse.

Solange die Luftangriffe eher begrenzt blieben, und damit auch die Opfer und Schäden in den Reihen der Bevölkerung war es auch relativ einfach, die Menschen für ein Foto zum Lächeln zu bringen. Die Zuversicht, dass der Krieg bald vorbei und Deutschland ihn siegreich beenden würde überwog in weiten Teilen der Bevölkerung. Das Vertrauen, unbeschadet durch den Krieg zu kommen, war weit verbreitet, so dass die zu erbringenden Opfer überschaubar schienen. Mit dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 schwand bei vielen diese Zuversicht.

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