Die Volksgasmaske

Der Einsatz von Giftgas an den Fronten des Ersten Weltkriegs forderte nicht nur zahlreiche Tote und Verletzte sondern hinterließ bei allen europäischen Ländern ein Trauma, das bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs fortwirkte, und eine exponierte Stellung in den Luftschutzdiskussionen der 1920er und 1930er Jahre einnahm.

In Verbindung mit dem Flugzeug, so die Befürchtung, könnte eine Kriegspartei Giftgas auch gegen die Zivilbevölkerung jeder beliebigen Stadt einsetzen.

Dieses Szenario nahm in den westeuropäischen Industrieländern einen unterschiedlichen Raum in der Luftschutzdiskussion ein und führte zu unterschiedlichen Konzepten für Luftschutzräume und private Schutzmaßnahmen. Alle Länder sahen aber als notwendig an, dass die Bevölkerung flächendeckend mit Gasmasken versorgt werden müsse.

1937 kam in Deutschland die Volksgasmaske 37 (VM 37) auf den Markt. Sie basierte auf Gasmaskenmodellen, die das Militär im Ersten Weltkrieg entwickelt hatte und war eine Kombination aus einer Schutzhaube und einer Schutzmaske. Die Maske wurde also über den Kopf gezogen und passte sich so von alleine an. Dieses Modell war unbequem und in der Herstellung materialintensiv.

Ihr Nachfolger war die Volksgasmaske 40 (VM 40), die 1940 auf den Markt kam, also erst nach Beginn des Krieges. Statt einer Kappe, die Zwei Drittel des Kopfes umspannte bestand sie aus einer Maske für das Gesicht, die mit Riemen hinter dem Kopf festgezurrt werden konnte. Das Grundprinzip dieser Gasmaske wird bis heute verwendet.

In der Gebrauchsanweisung fand sich auf dem Deckblatt ein entscheidender Unterschied zum Vorgängermodell. War die VM 37 damit beworben worden, dass sie gegen sämtliche Kampfstoffe schützt, jedoch nicht gegen Leuchtgas, so fand sich auf dem Deckblatt der Gebrauchsanweisung der VM 40 der Zusatz: „Schützt nicht gegen Leuchtgas und Kohlenoxyd.“

Der richtige Umgang mit der Gasmaske wurde ab 1933 in Deutschland bereits in Kindergärten trainiert. In den Schulen, Jugendorganisationen und Betrieben wurde der Umgang mit der Gasmaske ebenfalls gelehrt. Solche Unterweisungen bot vor allem der Reichsluftschutzbund an.

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