Zuckerbergstraße – Georg Mühlecks „Mind Bunker“

In den späten 1990er Jahren hatte sich der in Neckarsulm geborene Multimedia-Künstler Georg Mühleck im Bunker Zuckerbergstraße (BW 130) eingemietet. Mühleck lebte und arbeitete zu dieser Zeit teils in Stuttgart, teils in Montréal. Er realisierte unter anderem Kunst am Bau-Projekte in Deutchland und Schottland.

Mühleck gehörte in Deutschland zu den Pionieren der Copy Art. Er arbeitete mit Künstlern wie Albrecht/d., M. Vänci Stirnemann, Boris Nieslony, Timm Ulrichs, Hans Rustige und anderen zusammen, war in den späten 1980er Jahren an Copy-Workshops in Stuttgart beteiligt und kuratierte 1986-88 die Ausstellung „Medium: Photocopy“ua. im Künstlerhaus Stuttgart, im Goethe Institut Montréal und im Goethe Haus New York.

Bis heute arbeitet Mühleck mit Multimedia und in erheblichem Maße mit elektronischen Medien, mittels derer er seine individuelle Ästhetik umsetzt. Er lebt heute überwiegend in Schottland und Köln. Das Spannungsfeld zwischen urbanem Leben in Städten wie Stuttgart, Montréal, Toronto oder Köln und der vollkommenen Abgeschiedenheit in Schottland bezeichnet er als für sich lebensnotwendig, und es ist ein maßgeblicher Impuls für seine künstlerische Tätigkeit. So ist auch der Umstand geblieben, dass er größere Teile seines Werkes an einem Ort einlagern muss, da er ihn nicht ständig bei sich haben kann, wenn er für mehrere Monate außer Landes ist.

Der Bunker in der Zuckerbergstraße war ein solcher Lagerort, dem am Ortsrand von Steinhaldenfeld niemand ansah, dass er Kunstwerke beherbergte und teilweise auch Ort künstlerischen Schaffens war.

Als 1998 der Kosovo-Krieg ausbrach  und es auch in Stuttgart Maßnahmen gab, die im Kalten Krieg renovierten Bunker aus den 1940er Jahren befristet als Notunterkünfte für Flüchtlinge aus dem Kosovo einzusetzen, begann sich Georg Mühleck mit „seinem“ Bunker auf eine individuelle Weise zu beschäftigen. Diese Auseinandersetzung mündete im Mai 1999 in Videoaufnahmen im Bunker, aus denen er Standbilder isolierte und bearbeitete. So entstand die Serie „MIND BUNKER (there’s someone in my head, but it’s not me)“. Diese Arbeiten sind in seinem Online-Archiv zu sehen, wo auch der erläuternde Text in Deutsch, Englisch und Französisch publiziert ist.

Unsere Auswahl aus MIND BUNKER zeigen wir mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.

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