Museumsbunker Ro1

Till Kiener: Die Neckar-Enz-Stellung – Einführung in die Geschichte und Technik

Begleitheft für den Besuch des Museumsbunkers Ro1 in Bissingen

Insgesamt 70 Betonbauwerke der Neckar-Enz-Stellung wurden auf der Gemarkung Bietigheim-Bissingens errichtet. Unterschiedlichste Geländeabschnitte mussten gesichert werden, so dass die Lösungsansätze sehr verschieden waren. Dennoch wurden in vielen Fällen standardisierte Grundrisse verwendet, die allerdings je nach der Umgebung, in die sie einzupassen waren, abgeändert werden konnten, oder einfach spiegelverkehrt gebaut wurden.

Auf 32 Seiten beschreibt Till Kiener zunächst einige technische und konstruktionstypische Grundlagen der Neckar-Enz-Stellung und ordnet die Anlage militärgeschichtlich ein. Die zweite Hälfte des Hefts beschreibt ausführlich den Museumsbunker Ro1 in der Brandhalde in Bissingen, der vom Arbeitskreis Bunkerforschung des Geschichtsvereins Bietigheim-Bissingen ausgegraben und restauriert wurde. Der erste Öffnungstag fand am 10. September 2000 statt.

Neben einem genauen Grundriss und zahlreichen Erläuterungen zur Originalausstattung und zur Funktion des Bunkers enthält das Werk auch einige seltene Fotos und die Geschichte der Freilegung und Restauration des Museumsbunkers. Die knappen und sachlichen Schilderungen lassen zwischen den Zeilen die Dramatik durchscheinen, die es mit sich bringt, ein Bauwerk herzurichten, das eigentlich nur noch aus seinen Mauern besteht.

Schon kurz nach der Fertigstellung waren zahlreiche Ausrüstungsgegenstände aus den Bunkern der Neckar-Enz-Stellung wieder ausgebaut worden, um weiter im Westen verwendet zu werden. Zunächst am Westwall, später sogar am Atlantikwall. Der Arbeitskreis Bunkerforschung musste die Exponate zur Präsentation der Originaleinrichtung mühsam aus unterschiedlichsten Quellen zusammensuchen und teilweise auch kaufen.

Wer heute den Bunker mit seinen vier Räumen auf rund 70 qm Grundfläche betritt und in der Enge des Bauwerks die zahlreichen Einrichtungs- und Ausrüstungsgegenstände betrachtet, kann die Mühen und den Zeitaufwand kaum erahnen, die zur Realisierung des Museums aufgebracht werden mussten. Allein Ausgrabung und Restauration des Bauwerks beziffert Till Kiener auf 1500 Arbeitsstunden.

Das Heft ist konzipiert als Begleitheft für den Besuch des Museumsbunkers. Insofern ist es eine eigenständige Arbeit und eine hervorragende Ergänzung zum Buch „Gundelsheimer Bunkerwelten“. „Unser besonderes Anliegen ist es, die Erhaltung eines kleinen Teils der Neckar-Enz-Stellung zu sichern und diesen Teil unserer Geschichte dem interessierten Besucher sachlich und wertneutral näher zu bringen.“ Mit diesen Worten schließt das Heft. Wer einmal den Museumsbunker besichtigt hat weiß, dass der Arbeitskreis an den Öffnungstagen sich diesem Anspruch verpflichtet fühlt.

Das Heft kann bei den Öffnungstagen vor Ort erworben werden.

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Eine Antwort zu Museumsbunker Ro1

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