Stollen am Schiessrain

Das Württ. Portland Cementwerk war nicht nur der grösste Betrieb in Lauffen, sondern hatte auch eine feste Funktion im Luftschutzwarndienst. Meldungen des Flugwach-Kommandos in Stuttgart wurden an das Luftschutz-Warnkommando Heilbronn weitergegeben, dem die Verteilung ins Umland oblag. Eine dieser nachgeordneten Stellen war die Warnstelle „Cementwerk Lauffen“, die Bürgermeister Sailer als den örtlichen Luftschutzleiter informierte. Er gab die Warnbefehle an die Bürgermeister Talheims, Nordheims und Neckarwestheims weiter und löste die Sirene aus.

Nach dem Luftangriff vom 13. April 1944 begann das Zementwerk mit der Errichtung eines Luftschutzstollens am Schiessrain. Obwohl diese Maßnahme eigentlich eine klassische Werkluftschutzmaßnahme war und laut Protokoll der Ratssitzung vom 14. September das Zementwerk den „Stollen auf eigene Rechnung“ erstellte, wird dieser Stollen nach dem Krieg als vom Reich finanziert aufgeführt. Da der Stollen aber noch heute in der Obhut des Zementwerks liegt, dürfte es sich bei der Nachkriegsliste um einen Fehler handeln. Die Stollenanlage war die erste, die in Lauffen begonnen wurde.

Das Fassungsvermögen wird mit 250 – 300 Personen angegeben. Auch dieser Stollen war von Beginn an sehr feucht. Inzwischen sind die Zugänge nicht mehr ebenerdig erreichbar. Als das Zementwerk vor einigen Jahren den Stollen der Öffentlichkeit präsentierte, musste extra ein Zugangsgerüst aufgebaut werden. Dieses war allerdings nur als temporäre Konstruktion errichtet.

Eine dauerhafte Begehbarmachung und die Instandhaltung des Stollens für Publikumsverkehr werden von Zementwerk und Stadt Lauffen heute als undurchführbar eingestuft.

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